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KIRAS Sicherheitsforschung

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F&E-Dienstleistungen > 2019

StratEx. Strategien der Einflussnahme extremistischer Organisationen im Bildungsbereich

Das Forschungsprojekt untersucht die Aktivitäten extremistischer Organisationen im Bildungsbereich, sowohl deren Einflussnahme auf das formale Bildungswesen als auch eigene Bildungsangebote von nationalistisch-rechtsextremen, religiös-fundamentalistischen und staatsfeindlichen Gruppierungen, mit dem Ziel, Grundlagen für die Präventionsarbeit zu schaffen.

Ausgangslage: Sowohl der gewaltbereite Extremismus als auch die zunehmende Polarisierung und Radikalisierung gesellschaftlicher Diskurse insgesamt stellen zeitgenössische Gesellschaften vor große Herausforderungen. Es ist bekannt, dass extremistische Gruppen in Schulen und mit eigenen Bildungsangeboten Mitglieder anwerben und ihre Ideologien zu verbreiten versuchen. Derzeit gibt es jedoch zu wenig gesichertes Wissen über Ausmaß, Vorgangsweisen und Strategien der Extremisten. Dieses Wissen ist von besonderer Bedeutung, weil die Schule einer der wichtigsten Orte ist, an denen primäre Extremismusprävention ansetzen kann, und weil Prävention, um erfolgreich zu sein, auf evidenzbasierten Grundlagen aufbauen muss. 

Ziele des Projekts: Bis dato wurde in Österreich weder systematisch untersucht, welche extremistischen Organisationen in welcher Weise im Bildungsbereich Einfluss zu nehmen versuchen, noch welche Bedarfe und Präventionsangebote bundesweit vorhanden sind. Somit generiert die Studie wichtiges neues Wissen, um Versuche extremistischer Einflussnahme und Rekrutierung besser abwehren und gezielter gegensteuern zu können – unter Miteinbeziehung bereits bestehender Maßnahmen und deren Wirksamkeit. Dazu erfolgt erstens eine Bestandsaufnahme bestehender Präventionsangebote in Österreich, v.a. auch lokaler Angebote und Bedarfe in den Bundesländern. Zweitens wird in einer Status Quo Analyse ein Überblick über den Einfluss extremistischer Organisationen auf das Bildungswesen und eigene Bildungsangebote von nationalistisch-rechtsextremen, religiös-fundamentalistischen und staatsfeindlichen Gruppierungen  gegeben. Aufbauend auf dieser Analyse werden drittens in vertiefenden Fallstudien besonders relevante extremistische Organisationen und deren Aktivitäten ethnographisch, d.h. mittels umfassender Feldforschung, untersucht. Ein eigenes Arbeitspaket widmet sich dem Wissenstransfer und der Nutzbarmachung der wissenschaftlichen Ergebnisse in der Praxis.  

Angestrebte Ergebnisse: Im Ergebnis entsteht eine Analyse der Ziele, Strategien, Netzwerke und konkreten Vorgangsweisen von extremistischen Organisationen im Bildungsbereich, die auch die Ergebnisse von drei bis fünf vertiefenden Fallstudien berücksichtigt. Außerdem werden regionale Bedarfe und bestehende Präventionsmaßnahmen im Bildungsbereich untersucht und (inter)nationale Good Practices präsentiert. In Wissenstransfer-Workshops mit den involvierten Bedarfsträgern und im Austausch mit dem Bundesweiten Netzwerk Extremismusprävention und Deradikalisierung (BNED) werden gemeinsam Handlungsempfehlungen für die Primärprävention im Bildungssektor und den Ausbau der Multi-Agency Kooperation erarbeitet. Das Projekt setzt sich außerdem zum Ziel, Unterrichtsmaterialien für die Präventionsarbeit in Schulen zur Verfügung zu stellen und damit die Schule als Ort der Primärprävention zu stärken. Durch die Einbindung der wesentlichen Player in diesem Feld (Bildungsministerium, Verfassungsschutz) und die große Expertise im wissenschaftlichen Konsortium ist die hohe Qualität und Relevanz der Ergebnisse gewährleistet. 

ProjektleiterIn
Dr. Veronika Hofinger, Verein für Rechts- und Kriminalsoziologie (IRKS)

ProjektpartnerInnen
Österreichisches Institut für Internationale Politik (oiip)
Institut für Konfliktforschung (IKF)
Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW)
Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien (KJA)
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF)
Bundesamt für Verfassungsschutz/Bundesministerium für Inneres (BVT/BMI)

Kontakt
Dr. Veronika Hofinger
Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie
Museumstraße 5/12
1070 Wien

01-5261516-26
www.irks.at
https://www.irks.at/forschung/sicherheitsforschung/stratex.html