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KIRAS Sicherheitsforschung

F&E-Dienstleistungen > 2020

Fokus Religion und Rechtsstaat

FORREST untersucht das Ausmaß der Akzeptanz des Rechtsstaates in der österreichischen Gesellschaft und inwieweit die nationale Herkunft und religiöse Ausrichtung sich in unterschiedlichen Auffassungen des Primats des Rechtsstaates widerspiegeln.

Gesellschaftliche Sicherheit hängt maßgeblich davon ab, ob sich Gruppen, Glaubensrichtungen als auch Individuen dem Rechtsstaat verbunden fühlen und das Primat des Rechts akzeptieren. Daher erscheint es sinnvoll, das Ausmaß der Akzeptanz des Rechtsstaates in allen Subgruppen der österreichischen Gesellschaft zu untersuchen. Dies betrifft natürlich auch das muslimische Gesellschaftssegment, welchem gegenüber in gleichem Maße betrachtet werden muss, inwieweit eine mangelnde Akzeptanz des Rechtstaates durch externe oder interne Einflussnahme erklärbar sein könnte.

Gleichermaßen ist zu eruieren, inwieweit die nationale Herkunft und religiöse Ausrichtung sich in einer unterschiedlichen Akzeptanz des Rechtsstaates widerspiegeln und ob sich ein potentieller Einfluss durch nationale und religiöse Sozialisierung auf selbige Akzeptanz und alleinige Priorität des vorhandenen österreichischen Rechtsstaats messen lässt - sowohl in Ansichten wie auch in Handlungen. Eine solche Untersuchung scheint wichtig, um Trends betreffend der Gefahr einer zunehmenden Abgrenzung vom Rechtstaat durch einzelne Gesellschaftsteile und die Präferenz paralleler Strukturen zu erforschen.

Eine Untersuchung der Akzeptanz eines „Europäischen Islam“, welcher sich durch die Trennung von Religion und Staat, und dem ausschließlich staatlichen Gewaltmonopol auszeichnet, kann daher ein wichtiger Gradmesser im Bereich von Integration, Partizipation und innerer Sicherheit als auch für interreligioöse Toleranz sein. Es erscheint daher sinnvoll, die Akzeptanz dieser Idee - als auch die Offenheit gegenüber innerislamischem Wandel - in allen Detailaspekten bei allen relevanten muslimischen Gruppen im Forschungsbereich zu erheben. Die Erforschung der Wertehaltungen der Muslimischen Gemeinschaft in ihrer gesamten und individuellen Bandbreite steht jedoch vor der Herausforderung, dass sich das muslimische Gesellschaftssegment zunehmend als „überforscht“ und „inspiziert“ wahrnimmt. Informationssammlung im Zuge von Sicherheitsforschung, durch Behörden und Universitäten wird daher oftmals Misstrauen entgegengebracht. Es könnte daher sein, dass sich durch die Hereinnahme eines in dieser Hinsicht neutralen Partners wie ATC sogar eine höhere Akzeptanz der Befragungen durch die Zielpopulation ergibt.

Zu den Zielen des Projekts gehören sowohl Aufschlüsse über die Einstellungen von Subgruppen der muslimischen Gesellschaft zu Pluralismus und Demokratie wie auch Erkenntnisse, welche später in den Bereichen von Integration, Prävention und Deradikalisierung zu Best Practice Ansätzen und Handlungsanweisungen beitragen können. Gleichermaßen konnten von den Forschenden entwickelte Indizes zur laufenden Überprüfung der untersuchten Einstellungen bei diesem Bevölkerungssegment eingesetzt werden, um die Auswirkung von Initiativen und Handlungen zu untersuchen. Der wissenschaftliche Beirat des Projekts, welcher Universitätsprofessoren verschiedener fachspezifischer Disziplinen, renommierte Forscher, als auch mehrere Bedarfsträger (u.a. BMLV, BMJ und Frauenhäuser Wien) umfasst, wird laufend die wissenschaftliche Qualität des Projekts bezüglich Objektivität, Validität und Reliabilität überprüfen.

Leiter:
Dr. Ferdinand Haberl

Kontakt:
Dr. Ferdinand Haberl
E-Mail: forrest@fhaberl.com 

Auflistung der weiteren Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen:
Dr. Erwin Ebermann, Lorena Amparo Gomez, Integral Markt- und Meinungsforschungsges.m.b.H.