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KIRAS Sicherheitsforschung

  •  11
F&E-Dienstleistungen > 2019

#UnitedAgainstHate - Gemeinsame zivilcouragierte Online Aktionen Jugendlicher gegen Hate Speech und Cyberbullying

Das Projekt analyisert, wie Online Mobilisierungs- und Vernetzungsstrategien genutzt werden können, um Jugendliche im zivilcouragierten Auftreten gegen digitale Gewalt im Internet (z.B. Hate Speech, Cyberbullying) zu unterstützen. Dazu werden Gruppendiskussionen, eine quantitative Online Erhebung und Methoden der Aktionsforschung verwendet.

Jugendliche sind als intensive Internetnutzer*innen zunehmend mit Cyberbullying, Hate Speech und anderen Formen digitaler Gewalt in einem weitgehend unkontrollierten virtuellen Umfeld konfrontiert. Das stellt sie vor die Aufgabe, sowohl einen Umgang mit negativen Inhalten zu finden als auch aktiv und zivilcouragiert gegen solche Inhalte aufzutreten. Jüngste Studien des Projektteams zeigen allerdings, dass sich Jugendliche hier machtlos fühlen, da sie zivilcouragiertes Engagement mit der Vorstellung verbinden, alleine und mit aus ihrer Sicht wenig wirksamen Mitteln (wie z.B. Melden, Blockieren, Kommentieren) vorgehen zu müssen. Die Möglichkeit, andere Internet-Nutzer*innen zur Unterstützung zu mobilisieren, wird von Jugendlichen weder als erstrebenswert noch als besonders wirkungsvoll eingeschätzt, was gerade in Hinblick auf die Vielzahl an sozialen Bewegungen und anderen Formen des Online Aktivismus im Internet überraschend ist.  

Das Projekt untersucht daher, wie Online Mobilisierungs-  und Vernetzungsstrategien genutzt werden können, um ein jugendgerechtes, gemeinsames zivilcouragiertes Auftreten im Internet im Umgang mit wahrgenommener digitaler Gewalt zu gestalten und zu fördern. Dabei berücksichtigen wir (1) ein allgemeines Eintreten gegen solche negativen Inhalte durch Partizipation an Online Initiativen und (2) zivilcouragiertes Handeln im konkreten Anlassfall, um das eigene Engagement durch die Unterstützung anderer zu stärken. Das Projektvorhaben nimmt Online Aktivismus gegen Hate Speech und Cyberbullying als Chance wahr, den (emotionalen) Zusammenhalt engagierter Jugendlicher zu stärken, Einzelne durch ein Netzwerk im Hintergrund zu unterstützen, und zivilcouragierte Online Interventionen als vielfältige, kreative Ausdrucksformen (z.B. Memes, GIFs, Emojis, Blogs) zu betrachten und damit mehr als das bloße Melden von Inhalten zu animieren. Darin liegt ein hohes Potenzial, die Attraktivität von Online Zivilcourage unter Jugendlichen insgesamt zu steigern. 

Die methodische Umsetzung erfolgt mittels Gruppendiskussionen und einer quantitativen Online Erhebung mit dem Ziel, das Spektrum der Erfahrungen Jugendlicher (14-18 Jahre) mit Online Aktivismus zu unterschiedlichsten Themen und Anliegen zu erfassen und dabei grundlegende Mechanismen der Mobilisierung und Vernetzung, aber auch Motive der Partizipation und des Zusammenhalts zu entschlüsseln, sowie Hinweise auf jene Faktoren zu gewinnen, welche die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Jugendliche an Online Aktivismus im Vorgehen gegen Hate Speech und Cyberbullying partizipieren. Anschließend werden mit Methoden der Aktionsforschung die gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam mit Jugendlichen sowie mit Unterstützung der im Projekt beteiligten Praxispartner*innen aus den Bereichen (Online) Zivilcourage, Kampagnen gegen Online Hass, sowie Jugend und digitale Medien, an die besonderen Anforderungen im Umgang mit digitaler Gewalt angepasst und in einer von Jugendlichen umgesetzten Online Peer-to-Peer Plattform erprobt und präsentiert. Aus der Summe an gewonnenen Erkenntnissen werden schließlich praxisnahe Schulungs- und Trainingskonzepte sowie Informationsangebote entwickelt, um gemeinsame zivilcouragierte Online Aktionen gegen Hate Speech und Cyberbullying gezielt unter Jugendlichen zu fördern. 

ProjektleiterIn
Assoz. Prof. Dr. Ulrike Zartler
Institut für Soziologie, Universität Wien
Rooseveltplatz 2
1090 Wien

Telefon: +43 1 4277 48244
E-Mail: ulrike.zartler@univie.ac.at
Homepage: zivilcourage.univie.ac.at

ProjektpartnerInnen
Bundesministerium für Inneres
Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit (bOJA)
Mauthausen Komitee Österreich
Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)