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KIRAS Sicherheitsforschung

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F&E-Dienstleistungen > 2017

ELFUM - Die elektronische Fußfessel als Ressource modernen Haftma- nagements – Ausweitungsmöglichkeiten, Chancen und Grenzen

Die elektronische Fußfessel ist ein Hoffnungsträger für Entwicklungsmöglichkeiten im Haft- und Risikomanagement des Strafvollzugs. Konkrete Schritte erfordern evidenzbasiertes Wissen

Im österreichischen Strafvollzug ist in den letzten zwölf Jahren ein mitunter beträchtlicher Überbelag zu beobachten. Darunter leiden vor allem die InsassInnen, aber auch die Mitarbei- terInnen. Unter diesen Bedingungen, die zusätzlich durch Ressourcenknappheit belastet wer- den, ist es schwer den Auftrag des Strafvollzugs zu erfüllen und auch die Sicherheit entspre- chend zu gewährleisten. Dem Haft- und Risikomanagement kommt dabei zentrale Bedeutung zu.

Im September 2010 wurde der elektronisch überwachte Hausarrest als eigene Strafvollzugs- form bzw. die elektronische Fußfessel als technische Überwachungsmöglichkeit eingeführt und damit wurde die Fußfessel auch zu einem Element des Haft- und Risikomanagements. Trotz- dem die Anwendungszahlen bisher hinter den Erwartungen zurückbleiben wird ein grundsätz- lichen Potential angenommen, die Anwendung der elektronischen Fußfessel und ihre Bedeu- tung im Haftmanagement ausweiten zu können. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen sieht man in einer Ausweitung des Fußfesseleinsatzes Chancen, positive Effekte auf mehreren Seiten zu erzielen: Entlastung des Strafvollzugs; dadurch Freiwerden von Ressourcen für die qualita- tive Gestaltung des Strafvollzugs allgemein; mehr Dispositionsmöglichkeiten im Haft- und Risi- komanagement; Strafvollzug näher an der Freiheit und damit positive Effekte hinsichtlich der Integration der Gefangenen im elektronisch überwachten Hausarrest, ohne Einbußen an allge- meiner Sicherheit. 

Ausweitungsüberlegungen erfordern jedoch aktuelles, die bisherige Praxis und Ergebnisse be- rücksichtigendes, evidenzbasiertes Planungswissen, das bislang nicht vorliegt. Nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob die möglichen positiven Aspekte einer Überprüfung standhalten?   Das Forschungsprojekt verfolgt in diesem Sinn die Zielsetzung, 

  • aktuelles, evidenzbasiertes Wissen zu Qualitäten, Chancen, Erfordernissen, Bedingungen, Grenzen und Risiken des (Mehr-) Einsatzes der elektronischen Fußfessel auszuarbeiten;
    • den Einsatz der Fußfessel vor allem auch als Ressource eines modernen Haftmanagements zu untersuchen und zu beleuchten und dabei das Gesamtsystem des Strafvollzugs im Blickfeld zu bewahren.

Unmittelbare Ergebnisse des Projektes werden Teilberichte zu den Arbeitspaketen sein, die aus folgenden Blickwinkeln Beiträge zu den Gesamtbetrachtungen eines (Mehr-) Einsatzes der elektronischen Fußfessel leisten werden:

  • Umfassende Daten zur Praxis der Antragstellung, zur Überprüfung und Genehmigung, zur Umsetzung des elektronisch überwachten Hausarrests und zu dessen Klientel;
  • Internationale Erkenntnisse und Erfahrungen;
  • Klienten zentrierte Einblicke;
  • Praktiker- und Expertenbewertungen der Praxis und allfälliger Ausweitungsszenarien.

Die Zusammenführung dieser Teile soll schließlich zu fundierten, planungs- und entwicklungsrelevanten Erkenntnissen und Empfehlungen führen, die noch im Rahmen des Projektes an die Praxis vermittelt werden. 

Projektleiter:
Dr. Walter Hammerschick, IRKS – Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie

Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen:
BMJ – Bundesministerium für Justiz (Generaldirektion für den Strafvollzug, Abt. II/2)
NEUSTART

Kontakt:
Dr. Walter Hammerschick
IRKS – Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie

Museumstraße 5/12
A-1070 Wien

Tel.: 01/ 526 15 16-21
E-Mail: walter.hammerschick@irks.at 
URL: www.irks.at