KIRAS Sicherheitsforschung

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Einsatz und Ausbildung von Personenspürhunden (PSH)

Erarbeiten von Grundlagen zum Einsatz von Personenspürhunden, Evaluierung der bestehenden Ausbildung und einholen von Informationen bei anderen europäischen Polizeibehörden.

Personenspürhunde (PSH) suchen nach dem individuellen Geruch eines Menschen. Aus dem Vergleich mit einem vorher präsentierten Geruchsträger können die Hunde diesen Geruch in ihrem Umfeld erkennen und verfolgen. PSH dienen bei der Polizei der Verfolgung von Straftätern sowie zum Auffinden vermisster Personen. Daneben können mit Hilfe der PSH auch ermittlungsrelevante Beweismittel gesichert werden. 
PSH werden bei der österreichischen Polizei erst seit 2016 ausgebildet. Da es diese Art der Ausbildung in der österreichischen Polizei bislang nicht gegeben hat, war man bei der Konzeption auf die Unterstützung durch Polizeieinheiten aus dem Ausland angewiesen.
Im Zuge der Ausbildung der PSH haben sich neben den Fragen der Qualität und der Effizienz des aktuellen Trainings auch prinzipielle Fragen zum Einsatz von PSH ergeben. Wesentlich erscheint die Frage der Qualität des Geruchsträgers – wie muss ein Geruchsträger beschaffen sein, damit der Hund leicht den zugehörigen Menschen finden kann? Aber auch Fragen nach den Geruchskomponenten, denen die Hunde im Gelände folgen und wie alt diese Komponenten sein dürfen, damit der Hund einen Menschen noch erkennen und den Komponenten folgen kann, sind für einen erfolgreichen Einsatz relevant.
Im vorliegenden Projektantrag möchten wir Antworten auf diese Fragen erarbeiten. Dazu werden in einem ersten Schritt Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern gesammelt und strukturiert aufgearbeitet. Konkret geht es um die Frage wann und unter welchen Bedingungen diese Länder PSH zum Einsatz bringen und wie diese Hunde in den verschiedenen Ländern ausgebildet werden.
Es wird untersucht, wie erfolgreich der erste, abgeschlossene Durchgang der PSH Ausbildung in Österreich verlaufen ist. Dazu werden die Ergebnisse und Ziele dieser Ausbildung miteinander verglichen, gegebenenfalls werden die Ziele der PSH Ausbildung modifiziert. Durch die Begleitung der geplanten PSH Ausbildung werden die Ziele und Methoden neuerlich evaluiert und ggfs. angepasst.
Alle Polizeidiensthunde (PDH) in Österreich werden zuerst dual, als Schutz- und Stöberhunde ausgebildet, und erhalten anschließend eine Spezialausbildung. Besonders begabte Hunde werden als Spezialfährtenhunde trainiert. Bei der Ausbildung zum PSH ist man einen anderen Weg gegangen. Diese Hunde erhalten zuerst ihre Spezialausbildung auf den individuellen Geruch eines Menschen und danach die Grundausbildung als Schutz- und Stöberhund. Mit in diesem Projekt sind die Hunde der Bayerischen Bereitschaftspolizei, die im Gegensatz zum österreichischen PDH als reine Spezialisten nur auf den Individualgeruch des Menschen trainiert werden. Es stellt sich dabei die Frage, inwieweit die verschiedenen Ausbildungswege die Qualität der Arbeit der Hunde beeinflussen, ob alle drei Hundetypen die selbe Leistung erbringen und ob es Unterschiede in der Arbeitsweise der Hunde gibt. Mit Hilfe von Experimenten wird die Leistung der verschiedenen Hundetypen verglichen und der Einfluss des Geruchsträger und des Alters der Fährte auf den Erfolg der PSH bearbeitet.
Die im Rahmen des Projekts gewonnenen Erkenntnisse sind einerseits für die Ausbildung von PSH von großer Bedeutung und sollen unmittelbar in die Ausbildung einfließen. Andererseits werden PSH auch bei Rettungsorganisationen zur Suche nach vermissten Personen eingesetzt und auch diese profitieren von den Ergebnissen dieser Untersuchung.

Projektleitung
Prof. Dr. Ulrike Berninger, FB Umwelt & Biodiversität, Paris-Lodron Universität Salzburg

KooperationspartnerInnen
Bayerische Bereitschaftspolizei
Bundesministerium für Inneres
Johanniter Österreich Ausbildung und Forschung gem. GmbH

Kontakt
Dr. Leopold Slotta-Bachmayr
Universität Salzburg
FB Umwelt & Biodiversität
Hellbrunnerstr. 34
A- 5020 Salzburg
Telefon: 0664/2828667
E-Mail: leopold.slotta-bachmayr@plus.ac.at 

Homepage im WWW: www.plus.ac.at/umwelt-und-biodiversitaet/