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KIRAS Sicherheitsforschung

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Kooperative Projekte > 2013

Securestamp

In vielen Bereichen in denen Tickets auf Papier- oder Kartenbasis eingesetzt werden (z.B. öffentlicher Verkehr, Veranstaltungen, Zutrittskontrolle,...) aber auch bei Dokumenten ist die Herstellung und Inverkehrbringung von Fälschungen ein weit verbreitetes Problem.

Früher wurden Ticketfälschungen vor allem von Einzelpersonen in Form sehr einfacher Kopien in geringen Stückzahlen angefertigt. Mittlerweile betrifft die Mehrzahl der Fälle jedoch gut organisierte Gruppen welche durch Diebstahl oder Betrug in den Besitz von Originalpapier (welches bereits alle Sicherheitsmerkmale enthält) gelangen. Die Diebe können dann mit handelsüblichen Thermodruckern sehr einfach wertvolle Tickets herstellen und auf vielfältigen Kanälen zu hohen Preisen verkaufen. Eine einzige gestohlene Rolle Ticketpapier eines Verkehrsunternehmens kann dadurch einen Gegenwert von über 10.000€ darstellen. Es gilt als sicher, dass diese Diebstähle von gut organisierten, international agierenden kriminellen Banden durchgeführt werden. Da diese Tickets einem hohen Geldwert entsprechen, leicht zu verkaufen sind und kaum als Fälschungen erkannt werden können, ist dieses „Geschäftsmodell“ für die organisierte Kriminalität eine erträgliche und sichere Einnahmequelle, die die Gesellschaft um mehrstellige Millionenbeträge pro Jahr schädigt.

Die Projektidee verfolgt den Ansatz, ein Gesamtsystem zu entwickeln das es erlaubt auch solche Fälschungen auf Originalpapier sicher und einfach zu erkennen und damit den Diebstahl von vorgedrucktem Originalpapier unattraktiv zu machen.

Das Originalpapier beinhaltet hierbei in das Papier eingearbeitete, stochastische Sicherheitsmarker. Diese stochastische Verteilung der Marker stellt ein zufälliges, nichtreproduzierbares Merkmal, sozusagen einen „Fingerabdruck“ für jedes Ticket dar. Diese Information wird nun gemeinsam mit der Personalisierung oder weiterer relevanter Information (z.B. Start- und Zielbahnhof, Datum, etc.) verschlüsselt und als mehrdimensionaler Barcode auf das Ticket aufgedruckt.

Später kann in einer mobilen Detektionseinheit sowohl der Barcode als auch nochmals die stochastischen Marker ausgelesen werden. Nur wenn diese beiden Informationen übereinstimmen, wird das Ticket als gültig erkannt. Diese Verbindung der Ticketinformationen mit den stochastischen Merkmalen und dem Verschlüsselungsalgorithmus Barcode stellt daher einen praktisch nicht zu „knackenden“ Fälschungsschutz dar.

Ansprechpartner:

Österreichischer Projektteil:
Dr. Stefan Köstler
JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH
MATERIALS - Institut für Oberflächentechnologien und Photonik
Sensorsysteme
Franz-Pichler-Strasse 30
A-8160 Weiz (AUSTRIA)

E-Mail: stefan.koestler@joanneum.at
http://www.joanneum.at/materials/

Deutscher Projektteil:
Andreas Hofmann
Fraunhofer Institut für Physikalische Messtechnik (IPM)
Heidenhofstraße 8
D-79110 Freiburg