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KIRAS Sicherheitsforschung

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F&E-Dienstleistungen > 2009

RITA

Risiko des Herzkammerflimmerns bei TASER-Anwendung

TASER- Waffen beruhen darauf, dass kurze Hochspannungspulse bis zu einer Höhe von 50.000V abgegeben werden. Diese sollen zu einer elektrischen Durchströmung und damit zu einer Verkrampfung der Skelettmuskulatur führen, um die Gegenwehr oder Flucht einer Person zu unterbinden. Dazu werden entweder aus der Distanz pfeilartige Elektroden abgefeuert (Distanz- Applikation) oder es wird die Waffe direkt in Kontakt mit dem Körper gebracht (Kontakt- Applikation).

Die Untersuchungen im Kontakt- und Distanzmode werden an den TASER-Modellen X26 (mit einer Elektroden-Kartuschen) und X3 (mit drei verfügbaren Kartuschen) durchgeführt, bei denen die abgefeuerten Pfeil-Elektroden durch Kabeln mit der Waf-fe verbunden bleiben. Weitere Untersuchungen werden am Modell XREP erfolgen, das eine Kartusche mit batteriebetriebenen Elektroden über größere Entfernungen abfeuern kann. Messtechnisch werden die Abhängigkeit der abgegebenen Impulse von den ja nach Elektrodenplatzierung unterschiedlichen Lastwiderständen und die technisch möglichen Durchströmungsvarianten untersucht. Dabei müssen mit großen zeitlichen Auflösungen im ns-Bereich Spannungsimpulse im Bereich von einigen 10.000 V gemessen werden.
Ziel der Untersuchungen ist es, die Verteilung des Stromflusses im Körperinneren, insbesonders im Herzen, mit Hilfe anerkannter und im Strahlenschutz bereits interna-tional bewährter numerisch- anatomischer Modelle quantitativ zu ermitteln, die durch die Abgabe von Elektroshocks aus TASER- Waffen verursacht werden. Die numeri-schen Modelle eines Erwachsenen, einer Schwangeren, einer Jugendlichen und ei-nes Herzschrittmacherpatienten erlauben es, die anatomischen Verhältnisse mit ei-ner Auflösung von 2mm darzustellen und 35 unterschiedliche Körpergewebe nach-zubilden. Damit ist es möglich, die Fragestellung ohne direkte Versuche am Men-schen abzuklären.

In einem weiteren Schritt sollen die Schwellen des Herzkammerflimmerns für die von den TASER-Waffen abgegebenen Impulsformen an numerischen Modellen von Herzmuskelzellen ermittelt werden.

Mit Hilfe der so erarbeiteten Grundlagen soll die Risikoabschätzung der Taser- An-wendung vorgenommen werden.

Kontakt:
TU Graz, Inst. f. Health Care Engineering
Ansprechpartner: Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Norbert Leitgeb
Kopernikusgasse 24
8010 Graz
Telefon: 0316/873-7397
Fax: 0316/873-4412
E-Mail: norbert.leitgeb@tugraz.at