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KIRAS Sicherheitsforschung

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F&E-Dienstleistungen > 2010

Peer Delinquency: Wahrnehmung und Bewertung typischer Jugenddelikte aus der Sicht Jugendlicher als Grundlage für Präventionsmaßnahmen

Eine Untersuchung von Interpretations- und Deutungsspielräumen zwischen „Spiel“ und „kriminellem Delikt“ anhand konkreter Deliktszenarien (z.B. Handyraub).

Kriminalprävention im Jugendbereich, als auch die alltägliche Praxis im Umgang mit delinquenten Mädchen und Burschen sind mit dem Problem konfrontiert, dass Jugendliche im Vergleich zu Erwachsenen bzw. Instanzen formeller Kontrolle delinquente Handlungen oft unterschiedlich wahrnehmen und bewerten und ihnen häufig unterschiedliche Bedeutung und Funktion zuschreiben. Solche Wahrnehmungs- und Bewertungsdifferenzen werden umso deutlicher, wenn delinquente Verhaltensweisen unter Jugendlichen (Peer Delinquency) in Verbindung mit ihrer Bedeutung und Funktion innerhalb jugendspezifischer Alltagskontexte betrachtet werden. So ist beispielsweise der Raub von Mobiltelefonen ein typisches Delikt, das von Jugendlichen an Jugendlichen ausgeübt wird: Was angesichts der geringen Beute („nur ein Handy“) medial besonders skandalisiert wird, ist aus Sicht Jugendlicher oft mehr Spiel als kriminelles Delikt.

Eine solche Differenz der Perspektiven führt nicht nur zu mangelndem Schuldeingeständnis und fehlendem  Verantwortungsbewusstsein, sondern kann sogar zu Selbstbildänderungen führen, das weiteres delinquentes Handeln begünstigt. Darüber hinaus verdeutlicht sich hier unmittelbar die Grenze der Erreichbarkeit für Präventionsmaßnahmen.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, anhand von typischen Jugenddelikten jugendliche Wahrnehmungs- und Bewertungsmuster, als auch dahinterliegende normative Deutungs- und Legitmierungslogiken sichtbar und in Zusammenarbeit mit Institutionen der Sozialen Arbeit und der Exekutive (KooperationspartnerInnen) für die Entwicklung und Adaptierung präventiver Maßnahmen praktisch nutzbar zu machen.

Forschungsmethoden:

  • ExpertInneninterviews mit ProfessionistInnen der außerschulischen Jugendarbeit
  • (Klein)Gruppendiskussionen und qualitative Einzelinterviews mit delinquenten und nicht delinquenten Jugendlichen aus unterschiedlichen sozialen Kontexten
  • Quantitative Befragung von ca. 1600 Mädchen und Burschen in Wien unter Einsatz von Vignetten (= systematisch variierte Deliktszenarien, die anhand von Bewertungsskalen beurteilt werden).

Projektleiterin
Mag.a Dr.in Christiane Atzmüller
Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit (KOSAR) / FH Campus Wien
Favoritenstraße 226, 1100 Wien
Tel.: +43 1 606 68 77-8308
Fax: +43 1 606 68 77-8309
E-Mail: christiane.atzmueller@fh-campuswien.ac.at
Homepage: www.fh-campuswien.ac.at

Projekt. bzw. KooperationspartnerInnen
JUVIVO – Es lebe die Jugend!
NEUSTART – Bewährungshilfe, Konfliktregelung, Soziale Arbeit
Bundesministerium für Inneres (Abteilung Kriminalprävention und Opferhilfe & Referat für Exekutivdienst)

Kontakt
Mag.aDr.in Christiane Atzmüller und Mag.aDr.in Ingrid Kromer
Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit (KOSAR) / FH Campus Wien
Favoritenstraße 226, 1100 Wien
Tel.: +43 1 606 68 77-8308
Fax: +43 1 606 68 77-8309
E-Mail: christiane.atzmueller@fh-campuswien.ac.at; ingrid.kromer@fh-campuswien.ac.at
www.fh-campuswien.ac.at