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KIRAS Sicherheitsforschung

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F&E-Dienstleistungen > 2012

JA_SICHER

Jugendarbeit im öffentlichen Raum als mehrdimensionale Sicherheitsmaßnahme: Ansätze zur Wirkungsevaluation

Problematik und Ausgangslage: Mobile Jugendarbeit stellt ein aufsuchendes, lebensweltorientiertes soziales Unterstützungs-, Beratungs- und Hilfsangebot unter Einbezug der kommunalen Ebene dar. Sie wendet sich primär an eine sozial besonders vulnerable Zielgruppe, nämlich an Jugendliche mit prekären gesellschaftlichen Inklusionschancen und in sicherheitsriskanten Lebenslagen, die den Großteil ihrer Freizeit im öffentlichen Raum verbringen. Die Maßnahme verfolgt in diesem hochbrisanten sozialen Feld einen Interventionsansatz, in dem Sicherheitsarbeit maßgeblich als Erhöhung gesellschaftlicher Teilhabechancen, Förderung demokratiepolitischen Bewusstseins und Vermittlung friedlicher Konfliktlösungskompetenzen realisiert wird.

Gegenwärtig haben Einrichtungen der Mobilen Jugendarbeit einen großen Druck, die Wirkungen ihrer Arbeit auf wissenschaftlich gesicherter Basis nachzuweisen: Sie müssen erstens dem fachlichen Anspruch nach evidenzbasierter, wirkungsorientierter Professionalität gerecht werden. Zweitens fordern FördergeberInnen als Folge der Verankerung der wirkungsorientierten Haushaltsführung in der öffentlichen Verwaltung Wirkungsnachweise. Hierfür fehlen den Einrichtungen selbst Knowhow und Ressourcen. Weiters ist Wirkungsforschung bei solch komplexen, stark kontextbezogenen sozialen Interventionsformen generell eine große Herausforderung. Aktuell fehlen sowohl sozialwissenschaftliche Studien zu Mobiler Jugendarbeit und ihren möglichen Wirkungsweisen als auch ausreichend komplexe Forschungsdesigns.

Ziele und Methoden: Das Forschungsvorhaben verfolgt die Zielsetzungen,

  • zentrale Wirkungsindikatoren zu identifizieren und zu operationalisieren und gegenstandsadäquate Methodentools zur Wirkungsevaluation zu erarbeiten,
  • wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über die Wirkungen Mobiler Jugendarbeit zu generieren und Good-Practice-Modelle für friedliche Konfliktlösung zwischen Jugendlichen und anderen AkteurInnen im öffentlichen Raum zu identifizieren,
  • Optimierungsempfehlungen für Mobile Jugendarbeit und die Zusammenarbeit der unterschiedlichen AkteurInnen auf kommunaler Ebene gemeinsam mit VertreterInnen der Mobilen Jugendarbeit, div. Sozialraum-Institutionen und der Exekutive zu entwickeln.

Mit Methoden der empirischen Sozialforschung werden ausgewählte Einrichtungen Mobiler Jugendarbeit im städtischen (Wien) und ländlichen Raum (NÖ) evaluiert. In der Umsetzung wird jeweils mit zielgruppen- und themenadäquaten Erhebungsmethoden gearbeitet.

Angestrebte Ergebnisse und Erkenntnisse:

  • Handbuch mit Forschungsinstrumenten und Methodentools zur Wirkungsforschung,
  • intersubjektiv abgesicherte Erkenntnisse über kriminalpräventive und resilienzstärkende Wirkungen Mobiler Jugendarbeit und Good-Practice-Modelle für inklusionsfördernde soziale Interventionen und interkulturell sensible Konfliktlösungen im Gemeinwesen,
  • Empfehlungskatalog für die Optimierung der Vernetzungs- und Vermittlungstätigkeit Mobiler Jugendarbeit auf kommunaler Ebene und der Kooperation mit der Exekutive,
  • Implementierung der Erkenntnisse in die Aus- und Weiterbildung von JugendarbeiterInnen und der Exekutive als wichtiger Kooperationsschnittstelle in der Praxis.

Projektleiterin:
Mag. Dr. Hemma Mayrhofer, IRKS – Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie

Weitere Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen:

KOSAR – Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit GmbH
Bundesministerium für Inneres (BM.I)
VJZ – Verein Wiener Jugendzentren
TENDER – Verein für Jugendarbeit (NÖ)

Kontakt:
Mag. Dr. Hemma Mayrhofer
IRKS – Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie

Museumstraße 5/12
A-1070 Wien

Tel.: 01/ 526 15 16-20
E-Mail: hemma.mayrhofer@irks.at
Internet: www.irks.at