Diese Seite verwendet Cookies. Durch klicken auf "OK" sind Sie mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Nähere Informationen zu Cookies und unserem Datenschutz finden Sie hier.

OK

KIRAS Sicherheitsforschung

  •  11
Kooperative Projekte > 2018

impress

IT unterstützte Suche und Vergleich von Schuhspuren in einer Tatspurendatenbank und einem Schuhkatalog

Schuhspuren treten an sehr vielen Tatorten unter den verschiedensten Tatumständen auf, sind relativ leicht zu finden und zu sichern, rasch auszuwerten, und daher für die Exekutive zur Aufklärung der unterschiedlichsten Verbrechen interessant. Sie können einerseits dabei helfen die Suche nach der Täterin oder dem Täter einzugrenzen, da sie Hinweise auf die Schuhgröße und, insbesondere bei markanten Profilen der Lauffläche, auch auf die Marke und das Modell und damit das Aussehen des Schuhs gibt. Andererseits stellen gleichartige Schuhspuren an verschiedenen Tatorten ein Indiz auf mögliche Tatserien dar. Werden wiederum die Schuhspuren sowie allenfalls vorhandene andere Beweismittel (z.B. DNA, Fingerabdrücke, Werkzeug- und Lackspuren) aus möglichen Tatserien kombiniert, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Klärung deutlich an.

Für eine forensisch eindeutige Zuordnung des Schuhs zu einer Schuhspur müssen aus den asservierten Schuhspuren erst jene mühsam herausgefiltert werden, die ähnlich sind. Dann können die Variationen in der Produktion, individuelle Beschädigungen und die unvermeidlichen Abnützungspuren der Lauffläche untersucht und mit den korrespondierenden Merkmalen einer Schuhspur verglichen werden. Die bisher eingesetzten Systeme bieten für die Vorauswahl von ähnlichen Spuren nur eine begrenzte Unterstützung, da sie auf einer sehr einfachen Kategorisierung des Aussehens basieren und somit das personal- und zeitintensive manuelle Vergleichen von sehr vielen Bildern erfordern. Das Ziel dieses Projekts entspricht gerade diesem Wunsch der ErmittlerInnen bzw. forensischen ExpertInnen einerseits einen maschinelle Abgleich einer Schuhspur mit Referenzlaufflächen in einem Schuhkatalog zu ermöglichen, um die möglichen Schuhmodelle zu ermitteln. Andererseits wird der Abgleich zu älteren Schuhspuren in großen Datenbanken mit ungeklärten Delikten durch eine leistungsfähige automatische Vorselektion stark vereinfacht. Der wissenschaftlich-technische Fokus des Projekts liegt dabei einerseits auf der Entwicklung einer Methodik zum Vergleich von Schuhspuren, um eine rasche und effiziente Suche in einer großen Bilddatenbank mit Schuhspuren zu ermöglichen, und andererseits im automatisierten Aufbau eines stets aktuellen Schuhkatalogs mit Referenzlaufflächen verschiedener Schuhmodelle. Hier soll auf die große Anzahl von Schuhbildern, die im Internet frei verfügbar sind, zurückgegriffen werden, wobei es essentiell ist, den rechtlichen Rahmen der Verwendung dieser Bilder zu beleuchten.

Dieses Projekt stellt eine Wiedereinreichung dar. Dabei wurde unter anderem die Verbindung mit anderen Beweismitteln - wie Fingerabdrücken - eingearbeitet. Weiters werden nun zusätzlich zu den urheberrechtlichen auch die datenschutzrechtlichen Aspekte beleuchtet. Die Beschreibung der Arbeitspakete wurde von Grund auf überarbeitet um eine nachvollziehbarere Beschreibung der Ziele, Inhalte und Methoden zu erreichen. Zusätzlich wurde bei der Zusammenstellung des Projektteams auf ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis geachtet.

ProjektleiterIn / Name und Institut/Unternehmen:
Univ.Prof. DI Dr. Robert Sablatnig 

Computer Vision Lab
TU Wien
Faculty of Informatics / Institute of Visual Computing & Human-Centered Technology

+43 1 58801 – 193161 

sab@cvl.tuwien.ac.at
www.cvl.tuwien.ac.at/project/impress/