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KIRAS Sicherheitsforschung

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F&E-Dienstleistungen > 2018

ETU-ZAB

Tunnels und Untertageinfrastrukturen stellen aufgrund ihrer außergewöhnlichen Rahmenbedingungen besondere Herausforderungen an Einsatzkräfte dar; diese sind neben der außergewöhnlichen körperlichen Anstrengung auch durch spezielle Anforderungen an die Ausrüstung gegeben. Das Projekt „ETU-ZAB“ zielt darauf ab, diese Anforderungen insbesondere auch hinsichtlich der Schnittstellen zwischen den betroffenen Organisationen (Feuerwehr, Exekutive, Rettung, Bundesheer, Grubenwehr, Bau- und Betriebspersonal) zu erheben und erstmals ein Curriculum für ein realitätsnahes, gemeinsam von Einsatzorganisationen und BetreiberInnen von Untertage-Infrastrukturen organisiertes Ausbildungs- und Trainingsprogramm zu entwickeln und dessen Umsetzung am Zentrum am Berg vorzubereiten.

Österreich verfügt über eine große Anzahl an Untertage-Infrastrukturen wie Straßen- oder Eisenbahntunnel, U-Bahnstationsbauwerke und -streckenröhren, untertägige Energiever- sorgungsanlagen, Wasserver- und -entsorgungsanlagen, Kommunikationsinfrastrukturen, untertägige Bergbauanlagen, Tiefgaragen, Bergbahnen und ähnliche. Alleine bei Straßentunnel-anlagen sind derzeit insgesamt 164 Tunnel mit 383 km Länge in Betrieb, bei Eisenbahntunnelanlagen sind es 246 Anlagen mit insgesamt 254 km Länge. Die Brandkatastrophen von Kaprun, im Mont Blanc- und im Tauerntunnel aber auch Terroranschläge wie jene in der Londoner und St. Petersburger U-Bahn sowie nicht zuletzt das Grubenunglück Lassing gaben Anlass zur Intensivierung der Anstrengungen für die Erhöhung der Sicherheit in Untertagebauwerken sowohl während der Bau- als auch während der Betriebsphase. Die Ereignisse verdeutlichen auch die Notwendigkeit einer akteursübergreifenden Zusammenführung und Weiterentwicklung von Kompetenzen zur Abwicklung von Einsätzen in Untertage-Infrastrukturen.

Das Konsortium vereint aus diesem Grund die wichtigsten bei Ereignissen in Untertage- Infrastrukturen involvierten Organisationen und InfrastrukturbetreiberInnen, um vorhandene Notfallkompetenzen zu Themen der Prävention, der Folgenbewältigung nach Ereignissen und der sicherheitstechnischen Optimierung von derartigen Infrastrukturen zu bündeln. Gemeinsam werden rechtliche Rahmenbedingungen, Anforderungen und Interdependenzen bei Untertageeinsätzen in der Bau- und Betriebsphase analysiert und darauf aufbauend erstmals ein Curriculum für ein realitätsnahes, gemeinsam von Behörden, Einsatzorganisationen und BetreiberInnen von Untertage-Infrastrukturen organisiertes Ausbildungs- und Trainingsprogramm entwickelt. Die Ausbildung soll von einer interdisziplinären ExpertInnengruppe durchgeführt werden und wird neben theoretischen Ausbildungselementen auch praktische Trainingseinheiten in der von der Montanuniversität Leoben betriebenen Untertageforschungseinrichtung Zentrum am Berg beinhalten. Weitere Trainingssequenzen sollen auch vor Ort in den in Betrieb befindlichen Untertagebauwerken und –baustellen (beispielsweise im ÖBB-Eisenbahntunnelquerschnitt) erfolgen. Die ExpertInnengruppe wird Einsatzorganisationen und InfrastrukturbetreiberInnen auch bei Ereignisfällen in ganz Österreich beratend unterstützen können.

Das Curriculum soll sowohl die Führungsebene der Einsatzorganisationen, die Einsatztrupps selbst, deren TrainerInnen und Bau- und Betriebspersonal von Untertage-Infrastrukturen adressieren. Alle diese Zielgruppen benötigen Erfahrungen unter realen Untertagebedingungen, um auf Basis dieser Eindrücke im Einsatzfall kompetent und effizient entscheiden bzw. handeln zu können. Auch Möglichkeiten zur Finanzierung des Vorhabens, die Einbindung von eventuell notwendigen weiteren AkteurInnen sowie die notwendige technische Ausstattung des Zentrums am Berg werden im Zuge des Projektes erhoben werden, um im Anschluss an die vorliegende Studie das entwickelte Ausbildungs- und Trainingsprogramm ab 2020 am Zentrum am Berg aufzubauen und umzusetzen.

ProjektleiterIn
Univ.-Prof. Dipl. Ing. Dr. Robert Galler
Lehrstuhl für Subsurface Engineering
Montanuniversität Leoben

Adresse Erzherzog-Johann-Straße 3/III, 8700 Leoben
Telefon +43 3842 402 3400
E-Mail robert.galler@unileoben.ac.at 

Auflistung der weiteren Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen
- Österreichischer Bundesfeuerwehrverband (ÖBFV)
- Bundesministerium für Inneres (BMI)
- Bundesministerium für Landesverteidigung, Kommando Landstreitkräfte (BMLV)
- Disaster Competence Network Austria (DCNA)
- ÖBB-Infrastruktur AG