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KIRAS Sicherheitsforschung

  •  11
Kooperative Projekte > 2006

emc²

emergency mission control center

Unvorhersehbare Ereignisse wird es immer wieder geben. Unfälle, Naturkatastrophen oder Terroranschläge sind und bleiben ein Faktum mit dem unsere Gesellschaft umgehen muss. Tritt ein solcher Ernstfall ein, ist die bestmögliche Erhaltung der betroffenen Infrastruktur sinnvoller als deren Wiederherstellung. Es besteht immer stärker die Anforderung, während einem Ereignis die Rettungskräfte und -mittel möglichst optimal zum Einsatz zu bringen, sowie primäre (während einem Einsatz) wie auch sekundäre (Folge-) Schäden zu vermeiden.

Notfall-Einsatz-Management-Systeme sollen Experten bei der Einschätzung von Notfallsituationen und der Planung von Hilfsmaßnahmen unterstützen; bei der Benachrichtigung der Betroffenen sollten sie ebenfalls Hilfestellung leisten. Der Verfügbarkeit von Informationen kommt im Notfall- Einsatz-Management eine entscheidende Schlüsselrolle zu.

Durch die Nutzung geeigneter Informationsdienste können die für das Notfall-Einsatz-Management notwendigen Funktionalitäten interoperabel über das Internet zur Verfügung gestellt werden. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes werden prototypisch solche Dienste entwickelt und für die Abwicklung eines Feuerwehreinsatzes im Rahmen einer homogenen Plattform zur Verfügung gestellt.

Der Kernansatz des Projektes geht dabei über die rein technologischen Fragen hinaus. Vielmehr ist es ein Ziel, den gesamten Prozess eines Feuerwehreinsatzes zu hinterleuchten und die zu jedem Zeitpunkt benötigten Informationen in Qualität und Umfang genau so darzustellen, wie sie benötigt werden. Des weitern muss mit berücksichtigt werden, woher die benötigten Daten kommen, in welcher Form sie vorhanden sind und wie sie für das Notfall-Einsatz-Management aufbereitet werden müssen.

Derzeit sind die für Feuerwehreinsätze relevanten Daten sehr inhomogen (verschiedenste Medien und Datenformate) und zueinander unstrukturiert abgelegt. Vieles funktioniert noch mit analogen Speichermedien wie Papier. Dort wo digitale Medien eingesetzt werden, herrschen einzelne individuelle Insellösungen vor, die über keine einheitliche Infrastruktur verfügen. Somit ergibt sich zwangsläufig, dass es bisher nicht gelungen ist, einen geschlossenen Prozess von der Datengewinnung bis zum mobilen Abruf kontextspezifischer Informationen am Einsatzort zu definieren.

Einsatzrelevante Entscheidungen leiten sich aus der Einsatztaktik der Rettungskräfte ab. Diese Taktik baut auf das aktuelle Wissen der Führungskräfte auf. Somit ist auch klar, dass dieses Wissen - im Unterschied zu den Vorgelagerten Informationen und Daten ? stets an Menschen gebunden ist.

In den Einsatzleitzentralen ist heute eine enorme Menge an Daten und Informationen vorhanden. In analoger und digitaler Form werden diese Daten gespeichert, in den unterschiedlichsten Medienformaten. Das gegenständliche F&E-Projekt möchte diese Daten dorthin bringen wo sie benötigt werden, zum Kommandanten vor Ort.

Die Verfügbarkeit von Einsatzinformationen ändert sich im Verlauf eines Einsatzes. Zu Beginn stehen in der Leitstelle viele Informationen zur Verfügung. Der Einsatzleiter, der zum Einsatzort fährt, hat nur einen geringen Informationsstand - er weiß nur ungenügend "was auf ihn zukommt".

Im Verlauf des Einsatzes ändert sich das Bild. Der Einsatzleiter vor Ort bekommt ein immer besseres Bild vom Szenario, während die Leitstelle von diesen Entwicklungen nur wenige bis keine aktualisierten Informationen hat. Somit findet eine Umkehr des Informationsmangels statt.

Mit anderen Worten, die Informationslücke (also der Unterschied zwischen theoretisch verfügbarer und tatsächlich vorhandener Information) wandert vom Frontend (Einsatzort) zum Backend (Leitstelle).

Das Projekt wird in der Programmlinie 2 "Kooperative F&E Projekte" durchgeführt, mit einem Projektkonsortium welches in seiner Zusammenstellung das Potenzial bietet, dass das Problem des Informationsmanagements für Feuerwehren in einer umfassenden Problemstellung analysiert, bewertet und auf völlig neue Standbeine gestellt wird.

Zusammenfassung

Wie effizient die Feuerwehr ihre Einsatztaktik planen kann, hängt sehr davon ab, in welcher Art und Qualität die richtigen Informationen verfügbar sind. Und zwar dort, wo die ersten Entscheidungen getroffen werden, direkt vor Ort bei der Einsatzleitung. Ein umfassendes Informationsmanagement, das die erforderlichen, zueinander sehr inhomogenen und großteils noch analogen, Daten zusammen fasst und in digitaler Form kontext-sensitiv dorthin bringt wo sie benötigt werden, ist das Ziel des Forschungsprojektes.

Die richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben ist somit ein ganz wesentlicher Faktor, damit Feuerwehreinsätze optimal ablaufen und Beschädigungen an einer betroffenen Infrastruktur vermieden werden. Auch die Wiederherstellung eines ordentlichen Betriebes dieser Infrastruktur hängt ganz wesentlich davon ab, auf welchen Informationen die Entscheidungen während einem Notfall-Einsatz beruhen.

Heute ist es so, dass in den Einsatzleitzentralen eine enorme Menge an Daten und Informationen vorhanden ist. In analoger und digitaler Form werden dort Daten gespeichert, in unterschiedlichsten Medienformaten. Das gegenständliche F&E-Projekt möchte diese Daten dorthin bringen wo sie benötigt werden, zum Entscheidungsträger vor Ort, dem Einsatzleiter.

Das F&E-Projekt nimmt sich darüber hinaus auch der Aufgabe an, einen Kulturwandel in der Arbeit der Feuerwehren nicht nur einzuleiten, sondern auch langfristig zu begleiten: Zu mehr Mobilität des Wissens!

Der Kulturwandel betrifft also die "Verlagerung des Zugriffes auf Informationen von der Einsatzleitzentrale an die Front". Durch die Integration moderner Telekommunikationsmedien ist es dabei unwesentlich, wo die Daten physisch gespeichert werden bzw. über welche Schnittstellen sie empfangen werden.

Dieser Kulturwandel wird auch in der Bevölkerung eine Auswirkung haben. Nämlich in einem wachsenden Bewusstsein, dass jeder Notfall-Einsatz erfolgreicher, schneller und weniger destruktiv sein wird, je besser die Informationen von einem Ernstfall aufbereitet werden. Ein Ansatz des Projektes ist deshalb auch, eine breite Akzeptanz dafür zu schaffen, dass die Einsatzkräfte den Zugriff auf bestmögliche Informationen brauchen. Dabei soll vor allem versucht werden, den mittelbaren und unmittelbaren Nutzen für die Gesellschaft zu evaluieren und entsprechend darzustellen.

Projektleiter
ROSENBAUER International AG

Projektpartner
FH OÖ Forschungs & Entwicklungs GmbH
mobilkom austria AG
Österreichischer Bundesfeuerwehrverband
SIEMENS IT Solutions and Services GmbH

Kontakt
ROSENBAUER International AG
Ing. Gerhard Großberger
Leiter Telematik
Paschinger Straße 90, 4060 Leonding
Telefon 0732 / 6794 - 616
Fax 0732 / 6794 - 94616
E-Mail: gerhard.grossberger@rosenbauer.com
Homepage: http://www.rosenbauer.com