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KIRAS Sicherheitsforschung

  •  11
F&E-Dienstleistungen > 2016

E-YOUTH.works

Offene Jugendarbeit in und mit neuen Medien (e-youth work) als Schutzmaßnahme gegen radikalisierende Internetpropaganda

Ausgangslage, Problematik und Motivation: Jugendliche sind eine besonders vulnerable Zielgruppe von über Internet und neue Medien verbreiteter extremistischer Propaganda. Sie weisen einerseits eine höhere Empfänglichkeit für radikale Positionen und Gruppen auf, diese Medien spielen andererseits eine essenzielle Rolle in ihrem Leben und bei der Identitätsentwicklung im Heranwachsen. Für einen adäquaten und wirksamen Schutz junger Menschen sind nicht nur Instrumente zur Eindämmung extremistischer Internetpropaganda notwendig, sondern ist vor allem auch medienbezogene sozialpädagogische Präventions- und Deradikalisierungsarbeit erforderlich. Diese muss zugleich in der Lage sein, auch Jugendliche mit geringen ökonomischen, kulturellen und sozialen Ressourcen zu erreichen.

Internet- und medienbezogene Interventionen Offener Jugendarbeit (= e-youth work) bieten hierfür einen besonders vielversprechenden Ansatz an, da sie durch die Verbindung von Online- mit Offline-Interventionen auf Basis persönlicher Vertrauensbeziehungen kritisch-reflexive Medienkompetenz stärken und junge Menschen zu konstruktiv-partizipativem Medienhandeln befähigen können. Offene Jugendarbeit realisiert durch eine niederschwellige Arbeitsweise zugleich Zugänge zu grundsätzlich schwer erreichbaren, aber hoch relevanten AdressatInnengruppen für präventive (Medien-)Interventionen. Allerdings kommt e-youth work gegenwärtig in Österreich nur wenig systematisch zum Einsatz, es besteht beachtlicher professioneller Reflexions- und Entwicklungsbedarf; zugleich fehlt es an wissenschaftlicher Forschung in diesem Handlungsfeld Offener Jugendarbeit.  

Ziele und Innovationsgehalt: Das Forschungsprojekt verfolgt die Zielsetzung,  

  • evidenzbasiertes Wissen über den Einsatz, die Arbeitsweisen und Wirkmöglichkeiten von e-youth work mit speziellem Fokus auf medienbezogener Radikalisierungsprävention zu generieren, um eine professionelle Praxis Offener Jugendarbeit zu fördern.  
  • Das Forschungsvorhaben greift einen großen Entwicklungsbedarf in der Offenen Jugendarbeit zur stärkeren und vielfältigeren Nutzung neuer Medien für nachhaltige Schutzstrategien gegen extremistische Internetpropaganda auf und bindet hierfür maßgebliche nationale Akteure als Projektpartner ein.  

Angestrebte Ergebnisse und Erkenntnisse:

  • Repräsentative Forschungsergebnisse über vorhandenes Knowhow sowie konkrete Schulungs- und Entwicklungsbedarfe bzgl. e-youth work zur Radikalisierungsprävention,
  • vertiefende Erkenntnisse über innovative Good Practice-Ansätze (mit Bezug zu extremistischer Online-Propaganda), ihre Arbeitsformen, Beziehungsqualität und Wirkweisen,
  • Workshops zur kooperativen Wissensbildung mit Professionellen und relevanten Stakeholdern (u.a. RAN Austria) zur praxiswirksamen Rückkopplung der Erkenntnisse,
  • Guideline für PraktikerInnen: e-youth work als Instrument zur Radikalisierungsprävention & Deradikalisierung; Katalog mit Maßnahmenempfehlungen für Träger Offener Jugendarbeit, die Aus- und Weiterbildung sowie die Jugend- und Sicherheitspolitik in Österreich. 

Projektleiterin:
Mag. Dr. Hemma Mayrhofer, IRKS – Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie  

Weitere Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen:
bOJA – Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit
VJZ – Verein Wiener Jugendzentren
BMFJ – Bundesministerium für Familien und Jugend (Abteilung I/5: Jugendpolitik)
BM.I – Bundesministerium für Inneres (Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung)

Kontakt:
Mag. Dr. Hemma Mayrhofer
IRKS – Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie
Museumstraße 5/12
A-1070 Wien
Tel.: 01/ 526 15 16-20
E-Mail: hemma.mayrhofer@irks.at 
URL: www.irks.at