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KIRAS Sicherheitsforschung

  •  11
F&E-Dienstleistungen > 2018

Cyber Heroes

Mobilisierung Jugendlicher zu Counter Speech im Umgang mit Cyberbullying, Hate und Trolling im Internet

Problemstellung und Relevanz: Counter Speech, d.h. die Förderung und Verbreitung von gezielten Reaktionen auf hasserfüllte, gewalthaltige, rassistische und extremistische Inhalte im Internet, ist aktuell eine der vielversprechendsten Initiativen, um dem scheinbar unkontrollierbaren Anstieg dieser Inhalte ein klares Zeichen entgegen zu setzen. Mit Hilfe von Gegenerzählungen, die online verbreitet werden, soll zur Delegitimierung solcher Inhalte in der Online-Öffentlichkeit und in der Folge zu Veränderungen der Diskurs-Normen beigetragen werden. Konkret gefährdete Personen (z.B. für Extremismus anfällige oder gewaltbereite Jugendliche) sollen durch die gezielte Konfrontation mit Counter Speech Botschaften beeinflusst und Internet-Nutzer*innen zur aktiven Gegenrede mobilisiert werden.

Jugendliche als Hauptzielgruppe von Counter Speech Maßnahmen sind in den digitalen Medien mit besonders vielfältigen Arten von Übergriffen und Gewalt konfrontiert, wie z.B. Cybermobbing in Form von Beleidigungen, Belästigungen, Hasspostings, Erpressungen, Einschüchterungen, öffentlichen Bloßstellungen, aber auch Trolling durch bewusste Provokationen. Jugendliche Online Counter Speaker, die spontan und öffentlich sichtbar gegen negative Inhalte im Internet auftreten, haben besonders hohes Potenzial, jene jugendlichen Peers zu erreichen, deren Diskurs-Normen verändert werden sollen. Dennoch berücksichtigte die Forschung zu Counter Speech bislang weder die Vielfalt an jugendtypischen Online Gewaltformen, die förderlichen und hemmenden Faktoren für das spontane Antwortverhalten Jugendlicher, noch die zielgruppengerechte Gestaltung von Counter Speech Angeboten für diese spezifische Zielgruppe.

Zielsetzung: Das Projekt greift diesen Forschungsbedarf auf und leistet zunächst notwendige Grundlagenforschung bei 14- bis 18-jährigen Jugendlichen, indem untersucht wird, (i) wie sich das Interaktionsverhalten von Jugendlichen typischerweise gestaltet, wenn diese auf solche negativen Inhalten reagieren, (ii) welche Kommunikations-Elemente sich aus Sicht von Mädchen und Jungen als wirkungsvoll und praktikabel erweisen und (iii), wie bisher praktiziertes kontraproduktives Antwortverhalten im Sinne von Counter Speech so modifiziert werden kann, dass es von Jugendlichen auch angenommen und eingesetzt wird.

Methodische Umsetzung: Dazu werden innovative Methoden verwendet: Online-Rollenspiele mit anschließenden Diskussionen, Inhaltsanalysen von User-Kommentaren auf bei Jugendlichen beliebten Blogs/Online-Plattformen und ein Online-Feldexperiment in Zusammenarbeit mit bei Jugendlichen beliebten YouTubern. Die Erkenntnisse fließen in Kooperation mit den beteiligten Praxispartner*innen direkt in die Entwicklung jugendgerechter Counter Speech Unterstützungsangebote in Form von Best Practice-Beispielen sowie in Schulungs- und Trainingsmaßnahmen zu deren Vermittlung ein. 

Projektleitung
Assoz. Prof.  Mag.  Dr.  Ulrike Zartler, Institut für Soziologie der Universität Wien

Weitere Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen
ÖIAT - Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation / www.saferinternet.at 
MKÖ -Mauthausen Komitee Österreich (www.zivilcourage.at)
Bundeskanzleramt: Referat V/5/a – Kompetenzzentrum Jugend
BM.I – Bundeskriminalamt, Büro 1.6 Kriminalprävention und Opferhilfe 

Kontakt
Mag.  Dr.  Christiane Atzmüller
Universität Wien, Institut für Soziologie
A-1090 Wien, Rooseveltplatz 2 

Tel: 01/4277-49208
E-Mail: christiane.atzmueler@univie.ac.at 
URL: www.soz.univie.ac.at