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KIRAS Sicherheitsforschung

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F&E-Dienstleistungen > 2018

BI:JU Biografiearbeit in der Offenen Jugendarbeit als resilienzstärkende Maßnahme zur Radikalisierungsprävention

Im Projekt werden Ansätze der Biografiearbeit zur Radikalisierungsprävention in der Offenen Jugendarbeit entwickelt und evaluiert.

Die Ursachenforschung zur Radikalisierung junger Menschen zeigt misslungene oder brüchige Identitätsbildung bzw. ein prekäres Verhältnis zur eigenen Biografie als zentrale Risikofaktoren für die Hinwendung zu extremistischen Sinnangeboten auf. Biografiearbeit setzt genau an diesem Punkt an und unterstützt Menschen bei der Identitätsentwicklung und Integration schwieriger Erfahrungen in das eigene Lebens- und Selbstkonzept. Doch obwohl Ansätze der Biografiearbeit vielversprechende Interventionstools zur Radikalisierungsprävention bereitstellen, werden sie in der Offenen Jugendarbeit (OJA) derzeit kaum eingesetzt.

Die Gründe liegen u.a. darin, dass bestehende methodische Ansätze für die niederschwellige Arbeitsweise der OJA nicht ausreichend adaptiert sind. Ergänzend braucht es fundiertes Wissen darüber, wie und unter welchen Bedingungen solche Interventionen auf die biografischen Verläufe junger Menschen tatsächlich einwirken und Resilienz stärken können. Erschwert wird biografisch orientierte Präventionsarbeit zudem dadurch, dass Resilienz gegenüber extremistischen Sinnangeboten generell unzureichend erforscht ist, solches Wissen ist aber insgesamt von hoher Bedeutung für wirksame Präventionsmaßnahmen.

Ziele und angestrebte Ergebnisse: Im Projekt werden adäquate Ansätze der Biografiearbeit zur Radikalisierungsprävention in der OJA entwickelt und Beispiele guter Praxis identifiziert:

  • Generierung von Wissen über resilienzfördernde Wirkfaktoren in biografischen Verläufen junger Menschen, deren Lebenssituation und -kontexte Belastungsfaktoren aufweisen (unter besonderer Berücksichtigung der Wirkmöglichkeiten von JugendarbeiterInnen).
  • Prüfung bestehender Ansätze der Biografiearbeit auf gewinnbringende Impulse und Entwicklung eines Sets an Methoden zur niederschwelligen Biografiearbeit in der Offenen Jugendarbeit (für Einzel- und Gruppensettings).
  • Praktische Erprobung der entwickelten Methoden in drei Einrichtungen Offener Jugendarbeit und begleitende Evaluierung durch das Forschungsteam.
  • Nachhaltige Dissemination der Erkenntnisse und Tools zur Radikalisierungsprävention über Workshops kooperativer Wissensbildung in ganz Österreich.
  • Empfehlungen für die Sicherheits- und Jugendpolitik, Offene Jugendarbeit sowie Aus- und Weiterbildung.

Projektleiterin
Dr. Hemma Mayrhofer, IRKS – Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie

ProjektpartnerInnen
bOJA – Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit
VJZ – Verein Wiener Jugendzentren
back bone 20 (Mobile Jugendarbeit)
OJAD – Offene Jugendarbeit Dornbirn
Bundeskanzleramt/Sektion Familien und Jugend
Bundesministerium für Inneres

Kontakt
Dr. Hemma Mayrhofer
IRKS – Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie
Museumstraße 5/12
A-1070 Wien
Tel.: 01/ 526 15 16-20
E-Mail: hemma.mayrhofer@irks.at 
URL: www.irks.at