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KIRAS Sicherheitsforschung

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Kooperative Projekte > 2017

Be-Aware - Bedrohungsanalyse aufgrund der GNSS Störanfälligkeit in Österreich

Durch gezielte Störung von GNSS ist auch ein nicht zu vernachlässigender Teil der kritischen Infrastruktur in Österreich gefährdet. Im vorliegenden Projekt soll daher ein möglichst umfangreicher Überblick über die betroffene Infrastruktur und potentielle Gefährdungen geschaffen werden.

Globale Satellitennavigationssysteme (GNSS) werden vielfältig zur Positions-, Navigations- und Zeitbestimmung eingesetzt. GNSS wird heutzutage in sehr vielen kritischen Infrastrukturen wie z. B. zur Zeitsynchronisation von Finanztransaktionen, Kommunikationsnetzwerken, Stromnetzen, in der Luftfahrt etc., aber auch bei Organisationen wie dem Österreichischen Bundesheer verwendet. GNSS Signale sind aufgrund ihrer geringen Signalstärke relativ leicht durch Cyber Kriminalität (z. B. Jamming oder Spoofing) verwundbar. Da die einzelnen GNSS wie GPS (USA), Galileo (EU), GLONASS (Russland), BeiDou (China) u. a. gleiche Frequenzbänder verwenden, können (bei einfachem Jamming) alle Systeme ähnlich betroffen sein.

Ziel dieses Projekts ist es, eine umfangreiche Übersicht der kritischen GNSS Infrastrukturen in Österreich inklusive den bedrohten Elementen im ÖBH und BMI zu schaffen. Dies ist der nächste Schritt, nachdem im aktuellen FFG ASAP 12 Projekt TACTIC die leichte Störbarkeit von GNSS Empfängern durch Jamming und Spoofing demonstriert worden ist. Um in weiterer Folge Vorkehrungen gegen die Gefährdung einzelner kritischer Infrastrukturen treffen zu können, müssen diese möglichst vollständig erfasst werden. Diese Informationen existieren laut Recherche noch in keinem europäischen Land.

Zur Beurteilung der Bedrohungssituation muss im Anschluss in Erfahrung gebracht werden, welche Primärfolgen (z. B. Ausfall der Infrastruktur) aber auch Sekundärfolgen (soziale und ökonomische Folgewirkungen) durch z. B. den Ausfall von Elektrizität, Mobilfunk etc. möglich sind. Zur Beurteilung der Eintrittswahrscheinlichkeit einer Störung wird für Österreich erarbeitet, wie akut das Thema Interference und Jamming ist. Diese Informationen wurden ebenfalls noch nicht erhoben.

Um das derzeit noch fehlende Bewusstsein der Gefahren entsprechend zu schärfen, und gleichzeitig das Verhalten sowie die Störungsresistenz der eingesetzten Empfänger beurteilen zu können, sollen von den Konsortialpartnern ausgewählte repräsentative GNSS Empfänger entsprechenden Tests unterzogen werden. Dafür wird ein GNSS Mehrfrequenz-Spoofing-Demonstrator umgesetzt.

Anhand der gesammelten Informationen zur Bedrohungssituation (mögliche Folgen, Abschätzung der zu erwartenden Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensintensität) wird ein erster vorläufiger Bedrohungskatalog für Österreich entstehen, in der jede erfasste Infrastruktur mit ihrer Bedrohungseinstufung vorkommt. Mithilfe der Bedrohungsanalyse soll es den Betreibern der jeweiligen kritischen Infrastruktur möglich sein, zu entscheiden, ob Maßnahmen zur Verbesserung der GNSS Sicherheit (z. B. spezielle Antennen, spezielle Empfänger wie z. B. PRS Empfänger) getroffen werden müssen. 

ProjektleiterIn / Name und Institut/Unternehmen
DI Roman Lesjak
Forschungsgruppe Weltraumtechnik und Kommunikationstechnologien, Institut DIGITAL,
JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH

Auflistung der weiteren Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen
IGASPIN GmbH
Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport Wiener Netze GmbH
Institut für Soziologie, Karl-Franzens-Universität Graz

Kontakt
DI Roman Lesjak
Steyrergasse 17,
8010 Graz 
+43 316 876 5318 
roman.lesjak@joanneum.at 
https://www.joanneum.at/digital/forschungsbereiche/weltraumtechnik-und-kommunikationstechnologien