KIRAS Sicherheitsforschung

2009

Sichere semi-autonome Konvoiführung (SafeCon)

Einsatz unbemannter selbstgesteuerter Fahrzeuge zur Minimierung der Lebensgefahr des Personals von Versorgungskonvois.

Das Projekt SafeCon – Sichere semi-autonome Konvoiführung – will sich des Problems der sicheren und zuverlässigen Führung von Nachschub- und Rettungskonvois in gefährdeten Zonen annehmen. Solche Zonen können lange, bekannte aber unsichere Strecken zwischen militärischen Außenposten bei friedenserhaltenden Missionen des österreichischen Bundesheeres genauso sein wie Zonen, die von zivilen Rettungsorganisationen aus Sicherheitsgründen nicht mehr befahren werden können. Hauptproblem in solchen Zonen ist die potentielle Lebensgefahr des österreichischen Personals, sei es durch alte Minen bei Auslandseinsätzen oder durch Lawinen- oder Murenabgängen bei den leider im häufiger auftretenden Naturkatastrophen.

Aktuell wird der Schutz des Personals in Konvois durch speziell gepanzerte Module sichergestellt, wobei diese Zusatzausstattung sehr teuer ist, eine erhebliche Reduktion der Nutzlast aufgrund des nicht unerheblichen Zusatzgewichts bewirkt und auch nur eine eingeschränkte Wirksamkeit aufweist. Bei Naturkatastrophen setzt man in der Regel auf Luftbrücken, die mit Hilfe von zivilen oder militärischen Hubschraubern realisiert werden. Allerdings handelt es sich dabei auch um eine sehr teure Lösung, die zusätzlich noch stark von der Verfügbarkeit des Fluggerätes und vor allem von der Wetterlage abhängig ist – und damit eine schwer planbare Größe darstellt.

Im Rahmen des Projektes SafeCon will das Projektteam eine Technologie entwickeln, die es ermöglichen soll, einen Versorgungskonvoi, der aus einer Mischung aus bemannten und unbemannten Fahrzeugen besteht, sicher und zuverlässig von einem Startpunkt zu einem Zielpunkt auf einer bekannten Strecke zu führen. Dadurch lässt sich die Anzahl der beteiligten Personen, die gut geschützt mit dem Konvoi unterwegs sind, signifikant reduzieren. Die restlichen Fahrzeuge sind autonom, unbemannt und ohne sonstigen Schutz und können dadurch auch deutlich mehr Nutzlast transportieren. Ein Verlust eines solchen Fahrzeugs durch eine Mine oder einen Murenabgang kostet zwar Geld – aber keine Menschenleben. Die Herausforderung für das Projektteam wird darin bestehen, dass solch ein Konvoi zu beliebigen Tages- und Nachzeiten unterwegs sein kann und dadurch naturgemäß eine Wetterunabhängigkeit gegeben sein muss. Dies bedeutet, dass die autonomen Transportfahrzeuge mit einer entsprechend zuverlässigen Sensorik ausgestattet sein müssen, die sowohl im Idealbetrieb bei idealen Umgebungsbedingungen als auch unter widrigen Bedingungen (Schlechtwetter, Störungen) noch funktioniert. Des Weiteren müssen die Konvoifahrzeuge auch in der Lage sein, sich gegenseitig abzustimmen, um einerseits einen Konvoi bilden zu können und andererseits flexibel auf geänderte Randbedingungen – etwa den Ausfall eines Fahrzeuges – zu reagieren.

Projektleiter:
Fachhochschule Technikum Wien (FHTW)
www.technikum-wien.at

Projektpartner:
Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport (BMLVS)
www.bmlvs.gv.at
TU Wien, Automation and Control Institute (TUW)
www.acin.tuwien.ac.at
AIT Austrian Institute of Technology (AIT)
www.ait.ac.at
AeroSpy Sense & Avoid Technology GmbH (AS)
www.aerospy.at
NOVOTECH Elektronik GmbH (NOVO)
www.novotech.at
Rheinmetall MAN Military Vehicles Österreich GesmbH (RMMVAT)
www.rheinmetall-defence.com/index.php

Kontakt:
Dipl.-Ing. Dr.techn. Wilfried Kubinger
Institut für Mechatronics
Fachhochschule Technikum Wien
Höchstädtplatz 5, 1200 Wien
T: +43 1 333 40 77-493
F: +43 1 333 40 77-459
E: kubinger@technikum-wien.at
I: www.technikum-wien.at

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