KIRAS Sicherheitsforschung

2012

POLIS

Polizei und Öffentlichkeit: Lehre – Intensivierung – Sicherheit

Ziel(e)
Das Projekt POLIS baut auf den Ergebnissen des Projektes PARSIFAL „Partizipative Sicherheitsforschung in Ausbildung und Lehre in Österreich“ auf. POLIS nimmt Sicherheitsbedürfnisse wichtiger Personengruppen, die im Projekt PARSIFAL an sieben von der Generaldirektion für Öffentliche Sicherheit (Bundesministerium für Inneres) ausgewählten Hot Spots sichtbar wurden, auf und entwickelt für diese Lösungs- und Zuständigkeitsstrategien. Im Sinne des Community Policing bindet POLIS Personen aus diversen Professionsbereichen aktiv in die Forschung ein, reflektiert gemeinsam mit Stakeholdern des öffentlichen Raums die „Herstellung von Sicherheit“ und stellt dadurch den Sicherheitsbegriff selbst zur Disposition.

Einen weiteren wesentlichen Aspekt des Projektes stellt der Transfer des erhobenen Wissens und geeigneter Methoden zur Auseinandersetzung mit der subjektiven Wahrnehmung von Sicherheit in die polizeiliche Grundausbildung dar. Während PARSIFAL bei der Führungskräfteausbildung ansetzte, schließt POLIS eine institutionelle Lücke in der Ausbildung und stellt zu Beginn der Polizeiausbildung die Reflexion der eigenen polizeilichen Rolle und der Diversität im öffentlichen Raum ins Zentrum. Schulungsmaterialien, die im Projekt PARSIFAL entwickelt wurden, werden im Projekt POLIS erstmals in der polizeilichen Grundausbildung getestet und weiterentwickelt. Ziel ist die Entwicklung und Durchführung einer prototypischen Lehrveranstaltung im Lehrgegenstand Persönlichkeitsbildung/ Berufsethik für die polizeiliche Grundausbildung.

Umsetzung
queraum. kultur- und sozialforschung ist gemeinsam mit den Projektpartnern Bundesministerium für Inneres, dem Kompetenzzentrum für empirische Forschungsmethoden der Wirtschaftsuniversität Wien und dem Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie für die Durchführung des Projektes verantwortlich.

Die Erhebungen werden an sieben Hot Spots in Österreich durchgeführt. Bei der Entwicklung von Lösungs- und Zuständigkeitsstrategien wird die Schnittstelle Bevölkerung, Polizei und Schlüsselgruppen fokussiert. POLIS bedient sich hierbei einer speziellen Erhebungsmethode: der vignettenbasierten Fokusgruppenbefragung, bei der VertreterInnen der Organisation Polizei, von platzrelevanten Schlüsselorganisationen (Soziale Arbeit, Handel, Gebietsbetreuung etc.) und VertreterInnen der Bevölkerung eingeladen werden, um gemeinsam Lösungs- und Zuständigkeitsstrategien zu bereits erhobenen Problemstellungen zu entwickeln. Der innovative Charakter liegt bei diesem methodischen Zugang darin, dass Personen aus unterschiedlichen Professionsbereichen durch einen angeleiteten Rollenwechsel dazu angeregt werden, eine konkrete Situation, aus der Sichtweise einer Person aus einem anderen Professionsbereich zu betrachten. Unterschiedliche Perspektiven auf eine Situation sind die Grundlage für die Entwicklung von Lösungen und Zuständigkeiten.

Zur Implementierung der Forschungsergebnisse und zur Stärkung der kommunikativen Kompetenz wird eine prototypische Lehrveranstaltung für die Polizeiliche Grundausbildung konzipiert und durchgeführt. Ein inhaltlicher Fokus dieser Lehrveranstaltung liegt auf der Sensibilisierung der TeilnehmerInnen der polizeilichen Grundausbildung hinsichtlich der Vielfalt (Diversity) der NutzerInnen des öffentlichen Raums.

Weiters sind jeweils zwei Kompetenz- und Methodenworkshops zur Qualitätssicherung des gesamten Forschungsprozesses geplant.

Projektleitung
Dr.in Katharina Miko
queraum. kultur- und sozialforschung

Projektpartner
Bundesministerium für Inneres

Kompetenzzentrum für empirische Forschungsmethoden der Wirtschaftsuniversität Wien

Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie

Ansprechperson
Dr.in Katharina Miko
miko@queraum.org
Mobil: 0043-650-300 60 75
www.queraum.org

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