KIRAS Sicherheitsforschung

2016

AMBOS

Abwehr von unbemannten Flugobjekten für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben

Unbemannte Luftfahrzeuge können in unterschiedlichsten Preis- und Gewichtsklassen mit Basisfunktionen bspw. Wegpunktnavigation oder programmierbare digitale Ausgänge kommerziell erworben werden. Dadurch sind einem potentiellen Angreifer sämtliche für einen Angriff notwendige Funktionalitäten verfügbar, wodurch diese Geräte eine potentielle Störgröße darstellen. Aus sicherheitspolitischer Sicht zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit mit lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen in und für Österreich ist eine Adaptierung an sich verändernde Bedrohungsszenarien von entscheidender Bedeutung. Der Schutz der kritischen Infrastruktur ist zum derzeitigen Zeitpunkt je nach individuellem Bedrohungspotential unterschiedlich ausgerichtet. Vor allem im zivilen Bereich ist diese Problemstellung bisher von Forschung und Industrie nur unzureichend adressiert worden wodurch heute unzureichend Forschungsergebnisse vorhanden sind.

Basierend auf diesen grenzübergreifenden Erkenntnissen vom deutschen G7-Gipfeltreffen 2015 und österreichischen Bilderbergtreffen 2015 wurden technologische, rechtliche und ethische Herausforderungen festgestellt, die in diesem Projekt zielgerichtet adressiert werden. Bei diesen Treffen konnte das deutsche Bundeskriminalamt Wiesbaden und das österreichische Bundesministerium für Inneres bereits sehr eng und effizient zusammenarbeiten, um die Sicherheit ihrer Gäste zu gewährleisten. Dieses bilaterale Forschungsprojekt knüpft an diese grenzübergreifenden Erkenntnisse an und geht die entscheidenden nächsten Schritte.

Die übergeordneten Ziele dieses Projekts sind:

  • Entwicklung und Evaluierung von Technologiekomponenten insb. Methoden und Verfahren der Elektrooptik, Akustik und Kommunikationstechnik zur Erkennung und Abwehr potentieller Bedrohungen aus der Luft durch verhältnismäßige Mittel der Intervention sowie die Fusion unterschiedlicher Sensormodalitäten zur Gewährleistung einer robusten und zuverlässigen Sensorik.
  • Mitgestaltung der Benutzerprozesse und Benutzerschnittstellen für moderne zivile Abwehrsysteme für unbemannte Luftfahrzeuge, wobei die Interoperabilität mit vorhandenen Krisenmanagementsystemen und Entscheidungsunterstützung im Vordergrund stehen.
  • Untersuchung von legislativen Ansätzen, die eine rechtsstaatliche Intervention sowie die Anwendung der technologischen Maßnahmen entsprechend der rechtlichen Grundlagen ermöglichen.
  • Umsetzung und Validierung der ausgewählten behördlich-relevanten Szenarien der Bedarfsträger, wobei der Schutz von Personen und kritischer Infrastruktur im Vordergrund steht.
  • Untersuchung der gesellschaftlichen und ethischen Aspekte für den Einsatz solcher Technologien im zivilen Bereich. 

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Schaffung eines technologischen Mehrwerts der eingesetzten Technologien in Bezug zum Stand der Technik, sowie eines Betriebsleitfadens zur behördlichen Anwendung der Technologie und als Entscheidungsgrundlage für eine etwaige behördliche Anschaffung. Die Ergebnisse werden in Form eines funktionalen Technologieträgers, anhand der behördlich-relevanten Szenarien, gezeigt. 

Auflistung der weiteren Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen

AIT Austrian Institute of Technology GmbH  
Frequentis AG
CNS-Solutions & Support GmbH
INRAS GmbH
Austro Control Österreichische Gesellschaft für Zivilluftfahrt mBH
Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH
Donau Universität Krems - Zentrum für Integrierte Sensorsysteme
Bundesministerium für Inneres
Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

Kontakt
Christoph Sulzbachner
Senior Research Engineer
Autonomous Systems Center for Vision, Automation & Control  
AIT Austrian Institute of Technology GmbH

Donau-City-Straße 1 | 1220 Vienna | Austria
T +43 50550-4177 | M +43 664 8251342
christoph.sulzbachner@ait.ac.at
www.ait.ac.at 

drucken