KIRAS Sicherheitsforschung

2016

CERBERUS

Cross Sectoral Risk Management for Object Protection of Critical Infrastructures

Aufbauend auf den, bei den Bedarfsträgern vorliegenden, Informationen über kritische Infrastrukturen werden im Rahmen des Projekts CERBERUS die sicherheitsrelevanten Objektschutzdaten strukturiert aufbereitet und in ein zu entwickelndes Datenmodell eingebracht. Diese strukturierte Erfassung ermöglicht es, die Interdependenzen zwischen kritischen Infrastrukturen logisch in einem Abhängigkeitsmodell abzubilden. Mit Hilfe dieser Abhängigkeiten werden potentielle Kaskadeneffekte identifiziert und bewertet, wobei hierfür neuartige Bewertungsverfahren auf Basis mathematischer Modelle zur Anwendung kommen. Zusätzlich wird über ein Risikotypenmodell versucht, eine Harmonisierung der naturgemäßen Subjektivität der Einschätzungen von Risikomanagern zu erreichen, um eine objektiviere Risikobewertung umzusetzen. Die gewonnen Informationen werden um Resilienzkennzahlen erweitert, aus denen sich Aussagen über die Widerstandsfähigkeit von bestimmten kritischen Infrastrukturen und deren Betreiberorganisationen ableiten lassen. Die Resilienz fließen in weiterer Folge in ein Resilienzmodell ein.

Diese beschreibenden und abgeleiteten Informationen über die einzelnen kritischen Infrastrukturen werden in einem neuartigen Risikomodell zusammengefasst. Dieses Modell bildet einerseits statische Daten über die kritischen Infrastrukturobjekte konsistent ab, und verwendet andererseits dynamische Daten dazu, Simulationen und Analysen durchzuführen. Zusätzlich stellt das entwickelte Risikomodell Funktionen zur Aggregation der Ergebnisse mehrerer Infrastrukturobjekte zur Verfügung, wodurch eine sektor- oder themenübergreifende Risikodarstellung realisiert wird. Dabei wird die neuartige Technologie der Graphendatenbanken eingesetzt und mit einer bestehenden Risikoplattform verbunden. Ein Software-Demonstrator verifiziert dabei die grundsätzliche Machbarkeit.

Diese neuartige Perspektive auf kritische Infrastrukturobjekte bietet den Bedarfsträgern eine bisher nicht verfügbare ganzheitliche Sicht über die kritischen Infrastrukturobjekte, insbesondere auf deren inhärenten Abhängigkeiten. Dadurch können die Bedarfsträger neue Herausforderungen zielgenau fokussieren und die Betreiber kritischer Infrastrukturen optimal unterstützen. Methodisch stehen also neue Modellierungskonzepte, das Erkennen von Abhängigkeiten durch Identifikation von Zusammenhängen sowie die Aufbereitung und Abbildung in einer strukturierten Form und unterstützt durch eine Graphendatenbank im Vordergrund.

Ein übergeordnetes Ziel bei der Umsetzung dieses Forschungsprojektes ist die Schaffung von neuen Perspektiven für die Bedarfsträger im Zuge ihrer staatlichen Aufgabe zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Die Anwendung von neuartigen theoretischen Modellen für das Risikomanagement von real existierenden kritischen Infrastrukturobjekten soll die Wahrung der Sicherheit dieser Infrastrukturobjekte unterstützen. Die Projektergebnisse sind somit für alle beteiligten Projektpartner und Interessensgruppen verwertbar und direkt in deren organisatorischen Aufgaben integrierbar.

ProjektleiterIn
Dipl.-Ing. Dr. Stefan Schauer

Projektpartner
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
avedos business solutions GmbH
Bundesministerium für Inneres
Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport
IFES Institut für empirische Sozialforschung GmbH

Universität Wien
KontaktDipl.-Ing. Dr. Stefan Schauer
AIT Austrian Institute of Technology GmbH
Security & Communication Technologies
Center for Digital Safety & Security

Lakeside B10A
9020 Klagenfurt

Mail:    stefan.schauer@ait.ac.at 
Mobil:  +43 664 8251455
Tel:      +43 50550-4055
Web:   www.ait.ac.at 

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