KIRAS Sicherheitsforschung

2014

4C4FirstResponder

Flexible multifunktionale Kommunikations- und Informationslösungen für eine optimierte Einsatzführung von Interventionskräften

Steigende Anforderungen an Einsatzkräfte durch sehr unterschiedliche und auch oft dynamisch verändernde Sicherheitslagen bei gleichzeitiger Anforderung eines effizienten Personaleinsatzes erfordern einen gezielten Einsatz von neuen Informations- und Kommunikationslösungen. Spontane Demonstrationen, „Flashmobs“ oder auch z.B. die Vorfälle rund um den Akademikerball 2014 in Wien sind in der räumlichen Ausdehnung schwer planbar und deshalb herrscht oftmals ein hohes Informationsdefizit bei den unterschiedlichen Einsatzsituationen. Daten und Informationen für eine gezielte und effiziente Einsatzführung sind meist nicht zeitnah und in der erforderlichen Qualität vorhanden bzw. können nicht zeitgerecht an Personen und Teams verteilt werden, was die Auswahl und Koordination geeigneter Maßnahmen im Falle von kritischen Situationen wesentlich erschwert. Das effektive Zusammenwirken unterschiedlicher Einheiten bzw. Einsatzkräfte ist ein wesentlicher Faktor für eine optimierte Einsatzführung und damit für einen gezielten und effizienten Einsatz bei unterschiedlichen Sicherheitsszenarien.

TETRA ist der digitale Funkstandard für Einsatzkräfte (BOS) in Österreich und auch in vielen Mitgliedsstaaten Europas und bietet eine sichere Übertragungstechnik. Es gibt internationale Aktivitäten, die Bandbreite von TETRA zu erhöhen, um auch eine verbesserte Übertragung von digitalen Daten zu ermöglichen. Als Kern von 4C4FirstResponder wird eine flexible multimediale Kommunikationslösung (Kommunikationsmanager-Modul) angestrebt, die neben TETRA auch Breitband bzw. Ultrabreitband Technologien wie 3G, LTE, WiFi und WiMAX einbindet. Dies ermöglicht eine szenarienorientierte und zeitoptimierte Koordination von First Respondern und von Einsatzstäben (Polizei, Feuerwehr, Rettung, Hilfsorganisationen, Sicherheitspersonal, etc.). Auf Basis einer stabilen Multichannel Kommunikationslösung sowie technischen Lösungen für eine multisensorale (Audio, Video, etc.) echtzeitnahe Informationsgewinnung können die meist zeit-kritischen „Command & Control“- Aufgaben der Führungsstäbe bzw. Einsatzkommandanten gezielt unterstützt werden. Es werden innovative Lösungsansätze entwickelt und getestet, wobei mobile Sicherheitskräfte als „Human Sensor“ eingebunden werden um eine stärkere und effizientere Interaktion zwischen einer Einsatzzentrale und den mobilen Teams zu ermöglichen.

Die Entwicklung eines „Media-Kommunikationsmoduls“ erlaubt die Einbindung von „Social Media“-Kanälen für den Zugriff auf aktuelle „Community“-Information als auch für die gezielte Weitergabe (Facebook, Twitter, etc.) von sicherheitsrelevanter Information sowie die Weitergabe von Informationen an konkrete Zielgruppen. Die Einbindung von speziellen Gruppen wie Team Österreich, Bürgerinitiative Andritz, etc., in dieses Kommunikationsnetzwerk ermöglicht eine szenarienorientierte Ausrichtung der Entwicklungen. Die Akzeptanz der Kommunikationslösungen sowie die bedarfsträgergerechte und rollenorientierte Einbindung der Einsatzorganisationen und der involvierten Gruppen werden in 4C4FirstResponder umfangreich untersucht. Diese empirisch gesicherten individuellen Wahrnehmungsprofile sollen dann in eine sogenannte „konvergente Lagebilddarstellung“ Eingang finden, um der Gefahr der Ausbildung von Falschmeldungen zur betroffenen Bevölkerung im Katastrophenfall wirksam zu begegnen.

Projektleitung
DI Alexander Almer, JOANNEUM RESEARCH Forschungsges.mbH, DIGITAL

Projektpartner
Lakeside Labs Gmbh

IFR - Ing. Richard Feischl

Eurofunk Kappacher GmbH

Dräger Safety Austria GmbH

Karl-Franzens-Universität Graz; Institut für Soziologie

Bedarfsträger
Bundesministerium für Inneres- BMI; Sektion I
Freiwillige Feuerwehr Gumpoldskirchen,

Kontakt
DI Alexander Almer
JOANNEUM RESEARCH – DIGITAL – Institut für Informations- und Kommunikationstechnologien
Steyrergasse 17, 8010 Graz, AUSTRIA
Tel.: +043 316 876 1738 Mobile: +043 699 1876 1738
Fax: +043 316 876 1720 E-Fax: +043 316 876 9 1738
E-Mail: alexander.almer@joanneum.at
Internet: http://www.joanneum.at/digital

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