KIRAS Sicherheitsforschung

2014

Lob versus Strafe. Neue Wege in der Polizeihundeausbildung

Lob versus Strafe vergleicht das neue und alte Ausbildungssystem für Polizeidiensthunde in Österreich. Es werden die Rahmenbedingungen zum Einsatz von PDHs evaluiert und untersucht, inwieweit die neue Ausbildungsstruktur die Stressbelastung der Hunde verringert.

Lob versus Strafe vergleicht das neue und alte Ausbildungssystem für Polizeidiensthunde (PDH) in Österreich. Es wird dabei überprüft, ob PDHs die überwiegend positiv gearbeitet werden, dieselbe Leistung erbringen können wie Hunde, die mit Hilfe von Schmerz korrigiert werden. Es werden die Rahmenbedingungen zum Einsatz von PDHs evaluiert und untersucht, inwieweit die neue Ausbildungsstruktur die Stressbelastung der Hunde verringert. Eine verringerte Stressbelastung würde die Einsatzlebensdauer von PDHs verlängern und damit die Ausbildung effizienter machen.Für den Einsatz als PDH besonders geeignet sind selbstsichere, triebstarke, belastbare Hunde mit dem nötigen Aggressionspotential. Der PDH muss im polizeilichen Einsatz auch unter massivem Stress die Befehle des Hundeführers befolgen.

Für die Ausbildung des PDHs ist nach dem Tierschutzgesetz (2004) die Verwendung von Stachelhalsbändern erlaubt. Nach Ansicht vieler AusbildnerInnen ist diese Art der Strafe bei triebstarken Hunde, die für die Polizeiarbeit besonders qualifiziert sind, erforderlich. Man geht davon aus, dass im Falle eines Verbots von Hilfsmitteln zur Durchführung positiver Strafe auf die triebstärksten und damit auf die am besten geeigneten PDHs verzichtet werden muss.Die „neue“ Ausbildung von PDHs in Österreich verzichtet auf die Anwendung positiver Strafe und versucht mit Hilfe positiver Verstärkung PDHs auszubilden. Der Erfolg einer solchen Ausbildungsmethode wurde bereits im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen bei Diensthunden der Polizei und des Militärs untersucht.

Im Rahmen des vorgeschlagenen Projekts sollen

  • die rechtlichen Rahmenbedingungen von Ausbildung und Einsatz von PDHs dargestellt,
  • ethische Gesichtspunkte zum Einsatz der PDHs erörtert,
  • Anforderungen von EinsatzleiternInnen, TrainerInnen und HundeführerInnen an den PDH erhoben und mit den Ausbildungscurriculum verglichen,
  • die erzielten Leistungen der PDHs nach dem „alten“ und dem „neuen“ Ausbildungsschema verglichen
  • und die Stressbelastung anhand aktueller Messungen während Training und Einsatz bzw. anhand der Analyse von Krankenakten evaluiert werden.

Letztendlich sollen die Projektergebnisse sowohl ein umfassendes Bild für Einsatz und Ausbildung von PDHs zeichnen, als auch Maßnahmen zum langfristigen Einsatz und damit zur effizienteren Ausbildung von PDHs aufgezeigt werden.

ProjektleiterIn:

Prof. Dr. Ulrike Berninger, Dr. Leopold Slotta-Bachmayr, Paris-Lodron Universität Salzburg (PLUS), Fachbereich für Ökologie und Evolution

Projektpartner:

  • Bundesministerium für Inneres
  • Agentur für europäische Integration und wirtschaftliche Entwicklung
  • Veterinärmedizinische Universität Wien
  • Forschungsstelle für Ethik und Wissenschaft im Dialog, Universität Wien

Kontakt:

Dr. Leopold Slotta-Bachmayr
Universität Salzburg, Fachbereich für Ökologie und Evolution

Hellbrunnerstr. 34A-5020 Salzburg
Tel.: 0664/2828667

E-Mail: Leopold.Slotta-Bachmayr@sbg.ac.at
Homepage: http://www.uni-salzburg.at/index.php?id=81&MP=200409-200745

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