KIRAS Sicherheitsforschung

2013

INKA

Interoperabilität zwischen zivilen und militärischen Organisationen im Katastrophenmanagement

Im vergangenen Jahrzehnt kam es in Österreich vermehrt zu Katastrophen größeren Ausmaßes wie beispielsweise Hochwasser, Muren und Lawinenabgängen. Neben den physischen Herausforderungen bei der Bewältigung solcher Großschadenslagen und Katastrophen ist die notwendige Zusammenarbeit und die dadurch bedingte Koordination der unterschiedlichen teilnehmenden Organisationen und Partner auf allen Ebenen (operativ/taktisch/strategisch) ein zentraler Erfolgsfaktor für eine effektive und effiziente Hilfeleistung. Neben den Blaulichtorganisationen und den Fachabteilungen der Landes- und Bundesverwaltungen (z.B. Katastrophenschutzabteilungen, Wildbach- und Lawinenverbauung, ZAMG) nimmt auch das Österreichische Bundesheer als wichtiger Partner in den Phasen der Katastrophenbewältigung und Wiederherstellung der Infrastruktur eine tragende und unverzichtbare Rolle ein. Für Behörden und Organisationen, deren Strukturen, Abläufe und im Besonderen auch deren Informations- und Kommunikationssysteme primär auf die Agenden im Kontext der öffentlichen Sicherheit – national, aber auch international – ausgerichtet sind (z.B. Österreichisches Bundesheer), stellt die Zusammenarbeit und Koordination mit nicht-militärischen und vermehrt auch nichtstaatlichen Organisationen im Zuge von Assistenzleistungen eine besondere Herausforderung dar.

Ziel des vom Austrian Institute of Technology (AIT) geleiteten Projektes INKA (Interoperabilität zwischen zivilen und militärischen Organisationen im Katastrophenmanagement) ist es, durch die Schaffung einer Interoperabilitäts-Schnittstelle für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) im zivilen Katastrophenmanagement das Angebot im Bereich der standardisierten, IT-gestützten Informationskanäle zu verbessern. Im Speziellen adressiert das vorliegende Projekt die Einbindung des Österreichischen Bundesheeres in das Informationsmanagement-Netzwerk der einzelnen Einsatzorganisationen um dadurch den organisationsübergreifenden Informationsaustausch zu verbessern. Dies wird durch eine prototypische Umsetzung eines Datenknotenpunkts erreicht werden, der einen bidirektionalen Datenaustausch zwischen dem BMLVS und nichtmilitärischen Einsatzorganisationen und Behörden über offengelegte Schnittstellen ermöglicht. Hierbei stellen die besonderen Bedürfnisse des Österreichischen Bundesheeres als Organisation mit öffentlichen Sicherheitsaufgaben (wie beispielsweise Schutz von militärischen Informationen) eine besondere Herausforderung dar, welche es stellvertretend und mit dem Hintergrund der Übertragbarkeit auf andere Behörden im Kontext der öffentlichen Sicherheit zu bearbeiten gilt.

Mit Hilfe eines speziellen, an der TU Graz entwickelten und an das Projekt anzupassenden Vorgehensmodells werden die Akteure, deren Kommunikationswege und die Prozesse im Rahmen des organisationsübergreifenden Informationsaustausches bei der Bewältigung von Katastrophen untersucht und dabei potentielle Nutzenhebel für die geplante Interoperabilitäts-Schnittstelle identifiziert werden. Im Rahmen dieser Untersuchung werden die nachfolgenden Themenkomplexe analysiert:

  • Organisation und Strukturen der Bedarfsträger
  • Prozesse
    • Einsatz- und Anforderungsprofile
    • Nutzenhebel
  • Kommunikation und Information
    • Terminologie
    • Semantik
    • Technologie
  • Datensicherheit, Datenschutz und allgemeine Rechtssicherheit (z.B. Haftungsfragen wegen Kommunikationsproblemen)

Im Anschluss an diese Untersuchung werden die wichtigsten Nutzenhebel als Proof of Concepts umgesetzt, wonach für ausgewählte Aspekte mit dem größten Nutzenpotential die Umsetzung in Form eines feldtestfähigen Prototyps erfolgt. Im letzten Schritt wird der entwickelte Datenknotenpunkt sowohl organisatorisch als auch technisch in die Prozess- und Systemlandschaft des Österreichischen Bundesheeres exemplarisch integriert.

 

Projektleitung: Dr. Ivan Gojmerac, AIT Austrian Institute of Technology GmbH

Projektpartner:
AIT Austrian Institute of Technology GmbH (Konsortialführer)
Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport (BMLVS)
Technische Universität Graz, Institut für Maschinenbau- und Betriebsinformatik (MBI)
XiTrust Secure Technologies GmbH
Außeruniversitäres Institut Public Social Responsibility gemeinnützige Gesellschaft mbH (P/S/R)

Kontakt:
Dr. Ivan Gojmerac
AIT Austrian Institute of Technology GmbH
Safety & Security Department
Donau-City-Str. 1
A-1220 Wien

E-Mail: ivan.gojmerac@ait.ac.at
Mobil: +43.664.8251226

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