KIRAS Sicherheitsforschung

2011

Blackoutprävention und -intervention im österreichischen Stromnetz

Das Projekt Blackoutprävention und -intervention im österreichischen Stromnetz (BlackÖ.2) analysiert aufbauend auf der im Kiras-Sicherheitsforschungsprojekt „Blackouts in Österreich“ (BlackÖ.1, 821746) erstellten Analyse des Status-quo des österreichischen Elektrizitätssystems konkrete Lösungsvorschläge, wie die Versorgungssicherheit mit elektrischer Energie in Österreich auch in Zukunft sichergestellt werden kann.

Nahezu alle gesellschaftlichen Grundfunktionen und sicherheitsrelevanten Infrastruktureinrichtungen beruhen auf einer unterbrechungsfreien Stromversorgung. BlackÖ.1 hat gezeigt, dass das Risiko von großflächigen Ausfällen im österreichischen Stromnetz in Folge der gegenwärtigen Zunahme der Netzbelastung mittelfristig signifikant ansteigt. BlackÖ.2 untersucht daher Maßnahmen zur Erneuerung oder Verbesserung der Elektrizitätsinfrastruktur, analysiert die Sichtweisen der Bevölkerung auf ebendiese Infrastrukturmaßnahmen, um die notwendigen Entscheidungen zu unterstützen, die das Stromnetz rechtzeitig auf die anstehenden Herausforderungen vorbereiten und bewertet die technische Realisierbarkeit von Insellösungen sowie relevante juristische Kompetenzverteilung im Bedarfsfall (Blackout).

BlackÖ.2 untersucht daher Maßnahmen zur Erneuerung oder Verbesserung der Elektrizitätsinfrastruktur, und analysiert die Sichtweisen der Bevölkerung auf ebendiese Infrastrukturmaßnahmen, um die notwendigen Entscheidungen zu unterstützen, die das Stromnetz rechtzeitig auf die anstehenden Herausforderungen vorbereiten. Weiters bewertet BlackÖ.2 die technische Realisierbarkeit von Insellösungen, sowie die relevante juristische Kompetenzverteilung im Bedarfsfall (Blackout).

Struktur und Erzeugungsmix der elektrischen Energieversorgungssysteme befinden sich im Wandel. Es ist absehbar, dass die Beanspruchungen der Netze hinsichtlich Belastungen und Stabilität weiter steigen. Analysen in BlackÖ.1 zeigten, dass das Risiko von großflächigen Blackout-Ereignissen bei den für die Zukunft erwarteten höheren Netzbelastungen zunimmt und somit eine ernsthafte Gefährdung der öffentlichen Sicherheit bedeutet.

Vor allem der Ausbau und die vorrangige Netzintegration hochvolatiler Wind- und Photovoltaikanlagen sowie die prognostizierte Zunahme des inländischen Elektrizitätsverbrauchs, der europäischen Stromtransite und des notwendigen Informationsaustausches in vertikal desintegrierten Elektrizitätsversorgungsunternehmen gefährden die bisher hohe Versorgungssicherheit mit elektrischer Energie in Österreich.

Um die Versorgungssicherheit auch in Zukunft gewährleisten zu können, müssen die Energiesysteme entsprechend dieser geänderten Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden. Hierfür sind einerseits präventive Maßnahmen wie die Anpassung der Netze an zukünftige Belastungen und sozio-ökonomischen Ansätze nötig, andererseits sind effektive intervenierende Mechanismen und Strategien zum schnellen Krisenmanagement und Wiederaufnahme der Stromversorgung bei großflächigen Störungen (Blackouts) erforderlich.

Wie BlackÖ.1 gezeigt hat, werden solche Maßnahmen derzeit nur in ungenügendem Umfang realisiert. Dies hat neben den finanziellen Restriktionen vor allem zwei Ursachen:

  1. Es fehlen genaue Quantifizierungen der Wirkung der einzelnen potentiellen Maßnahmen zur Minimierung der Wahrscheinlichkeit von großflächigen Ausfällen, was eine Selektion der effektivsten Maßnahmen erheblich erschwert. 
  2. Das Wissen, unter welchen Bedingungen die Bevölkerung bereit ist die – teilweise mit einer Beeinträchtigung der Lebens- und Umweltqualität einhergehenden – Maßnahmen zur Stärkung der Elektrizitäts-Versorgungssicherheit zu unterstützen, ist nicht in ausreichendem Umfang vorhanden.

BlackÖ.2 zielt darauf ab, diese beiden Ursachen für das Fehlen ausreichender Maßnahmen-Implementierungen zu analysieren und Empfehlungen für Entscheidungsträger auf politischer Seite, sowie auf Seiten der Netzverantwortlichen, zu geben. Aufbauend auf den Erkenntnissen von BlackÖ.1 werden zwei analytisch getrennte Blöcke durchgeführt:

 

Publikation

Cohen, J. J., Reichl, J., & Schmidthaler, M. (2014). Re-focussing research efforts on the public acceptance of energy infrastructure: A critical review. Energy, 76, 4-9. https://doi.org/10.1016/j.energy.2013.12.056

 

ProjektleiterIn /
Dr. Johannes Reichl, Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz

Auflistung der weiteren Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen
Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe – TU Wien (P1)
Bundeskanzleramt Österreich (P2)
LINZ STROM Netz GmbH (P3)
Industriellenvereinigung (P4)
Energie-Control Austria (P5)
Austrian Power Grid AG (P6)
Vorarlberger Energienetze GmbH (P7)
Wien Energie Stromnetz GmbH (P8)
Cyber Security Austria (P9)

Kontakt
Dr. Johannes Reichl, Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz
Altenberger Straße 69
A-4040 Linz
e-mail: reichl@energieinstitut-linz.at
0732 2468 5652
www.energieinstitut-linz.at

Projekthomepage von BlackÖ.1 und BlackÖ.2
http://energyefficiency.at/web/projekte/blacko.html

drucken