KIRAS Sicherheitsforschung

2010

microSNIFF - Mobile Detektion kritischer Substanzen für First Responder

Entwicklung ist ein Detektorsystem für flüchtige, kritische Substanzen, welches als persönliche Schutzausrüstung von First Respondern dienen soll.

Basierend auf Entwicklungsarbeiten der letzten Jahre ist das Ziel des Projekts die Entwicklung und der Aufbau eines Demonstrators zur Detektion von flüchtigen, kritischen Substanzen. Dieses Detektionssystem soll First Respondern als persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung stehen. Zum einen wird ein kostengünstiges System angestrebt, welches für möglichst alle einzelnen in einem Einsatz potentiell gefährdeten Personen auch tatsächlich leistbar ist. Andererseits soll eine einfache Handhabung den Schutzgrad auch von nicht speziell geschulten Einsatzkräften erhöhen.

Die Realisierung dieser Ziele wird durch den technologischen Ansatz angestrebt, dass an einigen wenigen Sensorelementen durch die Generierung von Datenmustern, welche zu entsprechenden Geruchsmustern korrespondieren, sowie durch die Anwendung von Mustererkennungsverfahren zahlreiche Gefahrenstoffe detektiert werden können. Damit soll anhand weniger, zudem kostengünstiger Sensorelemente die Identifikation zahlreicher Substanzen erfolgen, und es werden gegenüber herkömmlichen Systemen auch technologische Vorteile hinsichtlich der Analyse von Gasgemischen erwartet. Die zu detektierenden Zielsubstanzen reichen von toxischen Industriematerialien (TIMs) bis zu Kampfstoffen (CWAs).

Basierend auf einem bereits entwickelten Modul, welches einen einzelnen Halbleitersensor beinhaltet, soll eine sensorische Erweiterung durch einen zweiten komplementären Halbleitersensor, sowie elektrochemische Sensorkomponenten erfolgen, um das Detektorsystem für zahlreiche Anwendungsszenarien einsatzfähig zu machen.

Ein Demonstrator eines derartigen Detektorsystems wird entwickelt und aufgebaut. Dieser beinhaltet alle Sensorkomponenten, sowie die notwendigen Auswertealgorithmen zur Verarbeitung der gemessenen Daten. Der First Responder wird durch eine entsprechende Alarmgebung geschützt. Die Evaluierung dieses Demonstrators erfolgt durch Bedarfsträger der Zivilschutzschule (BMI), sowie Spürtrupps des BMLVS in möglichst realen Einsatzszenarien.

Der Demonstrator wird von Testpersonen im Vergleich mit anderen Geräten beurteilt und evaluiert. Im Fokus steht hier vor allem, in wie weit die Ziele eines kostengünstigen, sowie eines einfach zu handhabenden Geräts auch für nicht speziell ausgebildetes Personal die Bedürfnisse der Bedarfsträger im Hinblick auf die zu detektierenden Substanzen erfüllen, da sich das gegenständliche Entwicklungsvorhaben vor allem darin von konkurrierenden Produkten und Entwicklungsvorhaben abgrenzt.

Weiters soll geklärt werden, in wie weit ein derartiges Detektionssystem das Stressverhalten von First Respondern beeinflusst (Stichwort Panikverhalten) und in welcher Form eine Alarmgebung erfolgen muss, um den Schutzgrad des First Responders tatsächlich zu erhöhen und Fehlverhalten zu minimieren. Weitere Fragestellungen aus dem juristischen Bereich betreffend Datenspeicherung bzw. Datenübermittlung werden ebenfalls untersucht.

Projektleiter:
DI Dr. Christian Krutzler, Integrated Microsystems Austria GmbH

Projektpartner:
Integrated Microsystems Austria GmbH
CEST Kompetenzzentrum für elektrochemische Oberflächentechnologie GmbH
TU Wien, Institut für Managementwissenschaften
CONTRONIX Elektrotechnik – Sicherheitstechnik
BECOM Electronics GmbH
Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport
Bundesministerium für Inneres

Kontakt:
DI Dr. Christian Krutzler
Integrated Microsystems Austria GmbH
Viktor-Kaplan Strasse 2
2700 Wiener Neustadt
E-Mail: office@ima-mst.at
Tel: 02622-22859-10

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