KIRAS Sicherheitsforschung

2016

DHS-AS

Detektion humaner Signaturen zur Aufdeckung von Schlepperei

Im Projekt " Detektion humaner Signaturen zur Aufdeckung von Schlepperei " (DHS-AS) wird ein tragbarer Prototyp zur Detektion menschlicher Spurengase, die über Atem, Haut oder andere Ausscheidungsorgane freigesetzt werden, weiterentwickelt und optimiert. Zudem kann das Gerät mit Hilfe einer Infrarotkamera die personengenerierte Wärme auch bei Dunkelheit visualisieren. Das Ziel des Projektes ist es, mit dem tragbaren Gerät ein typisches Signalmuster der detektierten flüchtigen Verbindungen zu erkennen, ähnlich einem Hund, der mit seiner Nase z.B. den Geruch verschütteter Menschen aufspüren kann.

Nach neuesten Forschungsergebnissen werden Verbindungen, die zu der Gruppe der Aldehyde gehören, wie z. B. Hexanal, Octanal, Nonanal oder Dekanal, von der menschlichen Haut freigesetzt, sind aber auch in Urin detektierbar und tragen zum individuellen menschlichen Geruch bei. Im aktuellen KIRAS-Projekt ist die gezielte Detektion dieser Substanzgruppe zusätzlich zu den bisherigen Gasmessungen vorgesehen. Dabei sollen flüchtige Substanzen, die von anderen Quellen stammen, wie etwa Duftstoffe, Hintergrundmatrix, herausgefiltert werden. Da das Gerät modular konzipiert wurde, ist die Integration zusätzlicher Sensoren und Kommunikationsmodule jederzeit möglich. Im geplanten Projekt wird nun die Kapazität der Gasmessungen durch die Kombination mit einem Aldehydsensor ausgedehnt.

Die Entwicklung von Gassensoren, die eine gute Selektivität für bestimmte Stoffgruppen und zugleich eine Detektierbarkeit der Substanzen im Spurenbereich (ppb, parts per billion, 1 Teilchen unter 1 Milliarde) erreichen, stellt eine große Herausforderung dar. Deshalb soll in diesem Projekt der von der Partnerfirma Ionicon Analytik Gesellschaft mbH zur Verfügung gestellte Aldehydsensor charakterisiert und für bestimmte biologische Proben getestet werden. Um die Selektivität und Sensitivität des mit dem Aldehydsensor erweiterten Prototyps zu testen, werden unterschiedliche Testgasgemische der Aldehyde hergestellt und gemessen. Anschließend wird das Antwortsignal des Prototyps zu bestimmten biologischen Proben und Matrices (cross-sensitivity check) getestet und in seiner Wirksamkeit überprüft. Vergleichsmessungen werden zusätzlich mit anderen gasanalytischen Verfahren, wie Proton-Transfer-Reaktion Massenspektrometrie oder der Gaschromatographie mit Massenspektrometrie durchgeführt.

Zudem ist die Ausweitung der bisherigen Datenbank mit weiteren biologischen Proben im aktuellen Projekt geplant. Der entwickelte Prototyp wird in Feldversuchen gemeinsam mit den Partnern validiert und für die spätere Anschlussfähigkeit an bestehende Systeme optimiert. Zukünftig ist die Erweiterung der Steuerung und Datenauswertung auf Smartphones und Tablets vorgesehen.

Für die Zukunft zielt das hier geplante Projekt darauf ab, den tragbaren Prototyp soweit zu entwickeln, dass er die Effektivität der Sucheinsätze durch Erkennung von humanen Spuren mit Hilfe des hochmodernen Detektorsystems stärkt, damit Menschen, die von Schleppern versteckt und transportiert werden, früher und leichter gefunden und aus ihrer menschenunwürdigen Lage befreit werden können.

ProjektleiterIn
Dr.-Ing. Veronika Ruzsanyi,
Institut für Atemgasanalytik, Universität Innsbruck

Auflistung der weiteren Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen
Jens Herbig / Ionicon Analytik Gesellschaft mbH
Georg Aumayr / Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich (GSK Partner)
Thomas Ußmüller / Institut für Mechatronik - Universität Innsbruck
Bundesministerium für Inneres, BMI Abt. II/BK /3.4, Menschenhandel und Schlepperei
letter of support von BMLVS Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport

Kontakt
Dr.-Ing. Veronika Ruzsanyi
Institut für Atemgasanalytik, Universität Innsbruck

Innrain 66, 5.Stock
6020 Innsbruck

Tel: + 43 512 24632
E-Mail: Veronika.Ruzsanyi@uibk.ac.at 
Homepage: https://www.uibk.ac.at/breath-research/index.html.de 

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